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Red Moon

Naja, nicht aufm Sonnendeck. Aber auf Tumblr. Seit knapp 2 Wochen jetzt schon.

Tumblr ist eine Blogplattform, die sich auf Microblogging und das schnelle Posten von Inhalten jeglicher Art spezialisiert hat. WordPress ist für die langen Blogpostings geeignet, Tumblr für die Häppchen. Und da ich meine Blogaktivitäten schon länger weg von den langen Artikeln hin zu den kleinen Schnipseln verschoben habe, werdet Ihr auf meinem Tumblr-Account:

http://ghostdog19.tumblr.com/

weitaus regelmäßiger mit Spitzencontent bedient als hier.

(”Die Straßen von Berlin” sind deshalb aber noch nicht tot. Mit Betonung auf noch. Ich muss mir nur überlegen, wie ich meine Mitteilungssucht in Zukunft am besten kanalisiere. Die Tendenz geht aber klar in Richtung Twitter und Tumblr.)

Gutes tun

Aus dem S-Bahnhof kommen und von einem hübschen Mädchen in roter Jacke aufgehalten werden, das sagt: “Hast Du ein paar Minuten Zeit für die Rettung der Tiere?”.

“Hast Du einen Freund?” antworten, in ihr perplexes Gesicht schauen, sie sagen hören: “Äh, ja”.

Wortlos weitergehen.

Am nächsten Tag aus dem S-Bahnhof kommen und vom gleichen hübschen Mädchen in der roten Jacke aufgehalten werden, das sagt: “Ich habe gestern abend mit meinem Freund Schluss gemacht. Hast Du jetzt ein paar Minuten Zeit für die Rettung der Tiere?”.

Plötzlich Tierschützer sein.

Lasst uns alle den 18. Juni 2009 rot in unserem Kalender markieren. Merkt Euch, was Ihr heute abend gegen 19.50 Uhr getan habt.

In ein paar Jahren werdet Ihr vielleicht oft die Frage gestellt bekommen: “Was hast Du eigentlich gerade gemacht, als die Deutsche Bundesregierung den Artikel 5 des Grundgesetzes ad absurdum geführt und beschlossen hat, eine Zensurinfrastruktur zu schaffen?”

Liebe Mama, seit heute ist die SPD für mich nicht mehr wählbar. Es tut mir leid.




Subterranean Homesick Gruber

Ursprünglich hochgeladen von beaucolburn

Ich habe heute meinen Studentenjob gekündigt, werde mich zum kommenden Semester nicht bei der Uni zurückmelden und bin ab Mitte Juli Digitale Bohème.

Die große Frage dabei ist jetzt nur: Wie erklärt man das seinen Großeltern? “Oma, ich breche das Studium ab und kündige einen guten Job, um Geld mit Dingen zu verdienen, von denen Du noch nie was gehört hast und die man nie anfassen können wird. Und, nein Oma, das Internet hat mich nicht verdorben.”

Ich hätte es ahnen können, dass es auch nach hinten losgehen kann, wenn ich meine einzige Woche Sommerurlaub, die ich in diesem Jahr haben werde, in die zweite Juniwoche lege.

Sieben Tage Fischland/Darß, sieben Tage entweder Regen oder bewölkter Himmel. Die letzten 36 Stunden versüßte mir dann noch der heftigste Sturm, den ich je erlebt habe, den Abschied. Das einzige Sonnenbad, das mir während des gesamten Urlaubs vergönnt war, genoss ich während einer kurzen Pause auf einem kleinen Parkplatz 20 Meter von der A19 entfernt.

Trotzdem wars schön.

Mal für ein paar Tage aus der Weltstadt entfliehen, das Meer sehen, Salzwasser schmecken, das der Wind einem ins Gesicht bläst, die Arbeit ruhen lassen, den grauen Alltag aufbrechen. Trotz des Wetters konnte ich ein paar kurze Fahrten mit dem gemieteten Fahrrad machen, dabei ausversehen Insekten verschlucken und die Freiheit genießen, die man zwangsläufig spürt, wenn man auf dem Deich immer direkt am Wasser entlang fährt. Großartig gegessen habe ich auch. Das Pfannkuchenhaus in Dierhagen ist ein nicht übermäßig schönes, mit einer überaus hässlichen Homepage versehenes, aber dafür mit einer tollen und vor allem leckeren und reichhaltigen Speisekarte ausgestattetes Restaurant. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, jemals zu so einem Preis (10 Euro für ein Geflügelbrustfilet mit Curry-Sauce und Mandel-Broccoli) so lecker und mich so satt gegessen zu haben. Bei Qype gäbe es dafür von mir fünf Sterne.

Etwas Kultur habe ich mir auch gegeben und das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten besucht. Ich weiss jetzt, dass Bernstein kein Stein ist, dass Bernstein in Salzwasser schwimmen kann und wie es aussieht, wenn Insekten und andere Tiere im Bernstein eingeschlossen werden. Mein erlangtes Wissen habe ich am nächsten Tag gleich dazu genutzt, um an der Ostseeküste nach Bernstein zu suchen. Aber nach fünf Minuten hatte ich keine Lust mehr und habe den ausdauernden Rentner die Schätze überlassen.

Nun hat mich die Weltstadt wieder und ich bin irgendwie auch froh darüber.

Und der Wettergott ist sowieso Berliner.

Bye, bye Brücke

[Achtung: Ostberliner Lokalbeitrag, mit dem Aussenstehende nicht viel anfangen können!]

Die berühmte Berliner U-Bahn-Linie U2 wird gerade saniert. Der Abschnitt zwischen der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg und der Vinetastraße in Pankow (der Bereich, in dessen Umkreis von wenigen Hundert Metern ich quasi mein ganzes Leben gewohnt habe) gehört zu den wenigen U-Bahn-Kilometern, auf denen die Bahn oberirdisch fährt. Die Bahnhöfe, Gleise und das gesamte Brückensystem wird in den kommenden Monaten komplett saniert und 21.-Jahrhundert-tauglich gemacht.

Vor wenigen Tagen wurde an der Kreuzung Bornholmer Straße – Schönhauser Allee die Brücke abmontiert, um sie gegen Ende des Jahres durch eine komplett neue Konstruktion zu ersetzen. Ein videofilmender Anwohner hat die Aktion gefilmt und gejuhtjuhbt.

[via]

Das traurige Münzfernglas
(Klick für Großansicht)

Gefunden auf der Seebrücke in Zingst a. Darß

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