Ich habe mich entschieden

Ich habe heute meinen Studentenjob gekündigt, werde mich zum kommenden Semester nicht bei der Uni zurückmelden und bin ab Mitte Juli Digitale Bohème.

Die große Frage dabei ist jetzt nur: Wie erklärt man das seinen Großeltern? „Oma, ich breche das Studium ab und kündige einen guten Job, um Geld mit Dingen zu verdienen, von denen Du noch nie was gehört hast und die man nie anfassen können wird. Und, nein Oma, das Internet hat mich nicht verdorben.“

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21 Antworten zu Ich habe mich entschieden

  1. kbrause schreibt:

    und die bewerbung bei mc paper?😉

  2. Paul schreibt:

    Gratulation! Gehst du beim Lobo in die Lehre?

  3. Björn Grau schreibt:

    schön zusammengefasst! viel spaß im neuen leben!

  4. ralf schreibt:

    Ziehst Du mit den Piraten im Bundestag ein?

  5. Georg Krüger schreibt:

    alles gute lieber björn! dit wird schon, da bin ick mir sicha!

  6. Ghost Dog schreibt:

    @kbrause: Ich stehe für papierloses Büro. Da konnten wir uns nicht einigen.

    @Paul: I learned from his book.

    @Björn Grau: Grazie mille!

    @ralf: So weit werde ich wohl nicht gehen, aber die Möglichkeit besteht, dass sie meine Stimme bekommen.

    @Georg: Bin ick mia ooch! Und zur Not mach ich einfach was mit Medien.

  7. hansi schreibt:

    Klärt mich mal bitte auf: was genau ist digitale Behème? Was für ein Ziel hat man da im Auge? Wie finanziert man sich?

    Brauch man dazu nicht reiche Eltern oder künstlerische Fähigkeiten? Ausdauernd vor einem Computer mit Internetanschluss sitzen und kommunizieren dürfte zumindest zur „digitalen“ Bohème nicht reichen, oder?

  8. Georg Krüger schreibt:

    @björn stimmt..das geht immer! oder fängst halt mit dem professionellen fussball spielen an…

  9. Ghost Dog schreibt:

    @hansi: Die Frage, was die Digitale Bohème sei, in einem kurzen Kommentar zu beantworten, ist nicht leicht. Ich zitiere mal faulerweise Wikipedia:

    „Das Manifest Wir nennen es Arbeit richtet sich vor allem gegen die Praxis der Festanstellung an sich, mit der Begründung, dass sie die persönliche Freiheit beschneide. Etliche Aspekte des Bürgerstereotyps werden hier auf den Angestellten angewandt.

    Die vorwiegenden künstlerisch-kreativen Aktivitäten der Digitalen Bohème sind: das Verfassen von Texten, das Erstellen von Konzepten, graphische Gestaltung/Design und Programmierung. Das klassische künstlerische Spektrum der Bohème wurde um die sekundären Kulturberufe erweitert.“

    Es geht also ungefähr darum, abwechslungsreiche und kreative Arbeit in einem Umfeld, mit Leuten und zu Bedingungen zu machen, die man größtenteils selbst bestimmen kann.
    Es ist als Arbeit als Freelancer / Selbständiger mit dem Unterschied, das man nicht zwangsläufig auf ein Arbeitsgebiet spezialisiert, sondern in vielen Bereichen zumindest halbwegs versiert ist.

  10. hansi schreibt:

    Ok ich verstehe. Nix für mich😉

  11. Scheff schreibt:

    Klingt ja eigentlich ganz geil – als ob Arbeiten Spass machen koennte😉 Und „in vielen Bereichen zumindest halbwegs versiert“ klingt auch sehr nach mir – von allem n bisschen Ahnung, aber von nix richtig😉

    Nur Hansis eine Frage haste uebergangen: Wie finanziert man sich? Wuerde mich auch mal interessieren. Denn Digital Boheme klingt ja schon nach mehr als den Auftraegen fuer Webdesign etc. die Du machst. Wie ist das Geschaeftsmodell von Digital Boheme? Bin skeptisch, aber zugegebenerweise auch sehr unwissend und nich auf dem neuesten Stand.

  12. Ghost Dog schreibt:

    Zur Finanzierung:

    Eigentlich ist es ganz simpel. Anstatt einen monatlichen Gehaltsscheck zu bekommen, schreibe ich nach Abschluss jedes Projekts eine Rechnung an den Auftraggeber. Das ist meine Bezahlung.
    Das ist natürlich eine Umstellung, dass nicht an jedem 1. des Monats die erwartete Summe Geld auf dem Konto ist, sondern das Geld dann kommt, wenn Arbeit erfolgreich abgeschlossen wurde und der Auftraggeber ordnungsgemäß bezahlt hat. Es kann also mal einen Monat eng werden, dafür läuft es in einem anderen Monat umso besser.

    Ein globales Geschäftsmodell gibt es nicht. Jeder Selbständige ist individuell spezialisiert und bietet andere Dienstleistungen an. Ich habe selbst kein Geschäftsmodell. Durch mein universelles Halbwissen stehe ich vielen Dingen offen gegenüber und lerne oftmals bei der Erfüllung der Arbeit noch dazu.
    Ein Vorteil für mich ist, dass ich einen festen Kern von Auftraggebern habe, bei denen ich mir sicher sein kann, dass mir immer wieder Projekte angeboten werden. Das gibt besonders in der Anfangszeit eine beruhigende Sicherheit.

  13. fazzolo schreibt:

    Glückwunsch! Du bist ein talentierter Schreiber.
    So etwas scheint fast nur in Berlin möglich zu sein. Du sitzt grad in Sankt Oberholz nehm ich an?^^

  14. Scheff schreibt:

    OK! Viel Erfolg in der Selbstaendigkeit!

  15. ch schreibt:

    endlich entschieden … aber find ick jut … wenn das funktioniert, könnte es ein modell für eine ganze generation sein. nur fair bezahlt sollte das ganze sein!

  16. Pixelschubser schreibt:

    Glückwunsch zu dieser mutigen Entscheidung – in der aktuellen Wirtschaftslage.

    Ich war selber bis vor einem Jahr „Digitale Bohème“ und weiß wie schwer es auch sein kann. Aufgrund der extrem schlechten Zahlungsmoral habe ich nun wieder einen Job im Angestelltenverhältnis – und bin froh darüber. Man hat seine geregelten Arbeitszeiten, bekommt pünktlich seinen Lohn und es macht trotzdem mächtig viel Spaß. Ok, ich hab mit meinem AG vll. auch Glück gehabt… aber trotzdem würde ich nicht wieder als Freelancer/ Selbstständiger arbeiten wollen.

    Pass nur auf, dass Du – gerade in der Anfangszeit – nicht zu gutmütig bist und alles nur mit Anzahlung oder Vorkasse machst. Denn sonst wartest Du auf Geld von Auftraggebern, von denen Du das nie erwartet hättest… Und: Verkaufe Dich nicht unter Wert – was schnell passiert, gerade zu Anfang, weil man über jeden Auftrag froh ist!

    Dennoch: Alles Gute und viel Erfolg (und auch Glück) bei Deiner Entscheidung!

  17. Scheff schreibt:

    „wenn das funktioniert, könnte es ein modell für eine ganze generation sein“

    Interessant. Genau dazu hatte ich kuerzlich was gelesen. Hatte das Glueck in der deutschen Kolonie und Bums-Hochburg Phuket mal wieder ne Ausgabe vom „SPIEGEL“ zu ergattern, und in dem Artikel zu uns „Krisenkindern“ (Generation Praktikum, pragmatisch, trifft schwer Entscheidungen, grosse Unsicherheit) waren diese Herren der Digital Boheme (glaube Lobos udn Friebe?!) als ‚Sprecher“ genannt. Typisch fuer unsere Generation. Na mal sehn. Aber auch die sahen das selbst kritisch / selbstkritisch, da sie nicht sagen koennen ob das ueberhaupt dauerhaft funktioniert. Wie gesagt, ziemlich interessant, hatte von solchen Entwicklungen bisher eher wenig mitbekommen …

  18. Andi schreibt:

    Glückwunsch zur Entscheidung! Endlich ist Dir jetzt klar, wo die Reise hingeht.

    Ich hab mal n paar praktische Fragen:

    – Heisst das eigentlich, dass man als DBler keine Rente bekommt? Oder zahlt man da selber „doppelt“ in die Rentenkasse?

    – Wie ist das mit der Krankenversicherung – Künstlersozialkasse oder normale Krankenkasse? Vielleicht auch Privat?

    – Was kostet im Schnitt ein Konzept + normale Website mit Datenbank (muss ja nur ungefähr sein)

    Grüß,
    Andi

  19. Ghost Dog schreibt:

    Als Selbständiger bist Du für Deine Krankenversicherung und die Rentenvorsorge komplett selbst verantwortlich, da es ja keinen Arbeitgeber gibt, der die gesetzlichen Abgaben automatisch vom Bruttogehalt abzieht. Ob man in einer normalen Krankenkasse bleiben kann oder verpflichtet ist, sich privat zu versichern, weiss ich bisher gar nicht. Noch läuft das ja über meinen bisherigen Arbeitgeber, aber spätestens ab Oktober muss ich da bescheid wissen.

    Eine Preisangabe zu machen, ohne auch nur ungefähr was zum Umfang eines Projekts zu wissen, ist unmöglich. Nur so viel kann ich sagen: Da ich das alles autodidaktisch gelernt habe, kann, will und werde ich bei weitem nicht so viel Geld verlangen können wie jemand, der dafür jahrelang studiert hat. Du kannst mir aber gern eine kurze Mail schreiben, wenn wir mal ein paar Beispiele besprechen wollen.

  20. Bridget schreibt:

    @Andi:
    Inzwischen gibt es eine Krankenversicherungspflicht für alle. Als Selbständiger bist du aber frei in deiner Wahl ob private oder gesetzliche Kasse – es gibt für beides Vor- und Nachteile.
    Zum Thema Rente: Man kann freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen und so Ansprüche erwerben, oder man schließt eine private Altervorsorge ab oder man läßt es bleiben.

  21. colonel schreibt:

    Tyler Durden zur Gefühlslage unserer Generation:

    „Ich sehe soviel Potential, wie es vergeudet wird. Herrgott noch mal, eine ganze Generation zapft Benzin … räumt Tische ab… schuftet als Schreibtisch-Sklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen! Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute – Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, Keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein Spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars… Werden wir aber nicht! Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.“

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