Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben #21

…drei Bücher für mich gekauft.

Man sieht mich in der Regel nur dann in Bücherläden, wenn ich Geschenke brauche. Also meist am 23. Dezember. Ich schenke gern Bücher, denn die kann man gut einpacken. Außerdem kann ich durch die Wahl des Buches eine Brücke zwischen meinem eigenen Geschmack und der vermuteten Vorliebe des Beschenkten schlagen.

Es ist nicht so als hätte ich heute das erste Mal in meinem Leben ein Buch für mich allein gekauft. Aber – sagen wir mal so – ich kann mich an das Mal zuvor nicht erinnern. Ausnahmslos alle Bücher, die ich in den letzten fünf bis zehn Jahren gelesen habe, waren Geschenke.
Immer wenn ich kurz vor meinem Geburtstag oder vor Weihnachten gefragt wurde, was ich denn gern lesen würde, sagte ich einfach nur „Osang“, „Hornby“ oder „Kaminer“ und schon ein paar Tage später hatte ich drei, vier neue Bücher in der Hand und damit wieder Lesestoff für mindestens 12 weitere Monate.

Ja. 12 Monate. Ich war – das gebe ich nur äußerst ungern zu – in der Vergangenheit bestenfalls ein Bücherwürmchen. Vor etwa einem Jahr habe ich aber, angestachelt durch das großartige Buch „Die Bibel nach Biff“ damit begonnen, an Arbeitstagen regelmäßig in der S-Bahn zu lesen. 15 Minuten hin, 15 Minuten zurück, plus die Wartezeit auf den Bahnhöfen. Und seitdem ich dieser Tradition folge, habe ich mehr Bücher verschlungen, als je zuvor.

(Nach dem Vorbild einer Nick-Hornby-Kolumne der Literaturzeitschrift „The Believer“ folgt nun eine Auflistung der gekauften und gelesenen Bücher im letzten Jahr)

Gekaufte Bücher:
Lobo / Passig: Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin
Nick Hornby: A Long Way Down
Reufsteck / Stöckle: Die kleine House-Apotheke

Gelesene Bücher:
Christopher Moore: Die Bibel nach Biff
Wladimir Kaminer: Ich bin kein Berliner
Gorris / Schnibben: Die Quadratur des Kekses
John Krakauer: In die Wildnis (Into The Wild)
Giles Smith: Lost in Music
Hugh Laurie: Bockmist
Nick Hornby: Mein Leben als Leser
Hanno Beck: Der Alltagsökonom
Nick Hornby: How To Be Good

Es gibt übrigens kein einziges Buch, das ich jemals angefangen und nicht zu Ende gelesen habe. Ein richtig schlechtes Buch hatte ich also noch nie in der Hand. Mit der Zeit sind mir aber die Kaminer-Bücher etwas langweilig geworden, weil seine Annekdoten (zwar anders angezogen, aber mit dem gleichen, unverwechselbaren After Shave) immer wiederkehren. Spezielle Empfehlungen kann ich gar nicht aussprechen, denn jedes der neun genannten Bücher war auf seine eigene Art lustig, spannend, fesselnd oder augenöffnend.

Nächste Woche werde ich „How To Be Good“ fertiggelesen haben und dann stellt sich die allgegenwärtige Frage: Was nun? Das Prokrastinationsbuch zuerst wegen der Aktualität und weil ich den Autor kenne? Gleich weiter mit dem nächsten Hornby-Buch, weil ich gerade im Flow bin? Oder das Buch über „Dr. House“, weil ich sowieso im Augenblick die neuesten Folgen der Serie schaue?

Was tun, liebe Leser?

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12 Antworten zu Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben #21

  1. hirngabel schreibt:

    Da ich die anderen beiden Bücher nicht kenne, würde ich für „A long way down“ votieren – allerdings auch weil es ein wirklich exzellentes Buch ist.

    Generell bin ich aber auch immer dafür, zwischendurch mal einen anderen Autor zu lesen, damit man sich dann wieder freuen kann, wenn man zu einem vertrauten Schreibstil „zurückkehrt“.

    Für die Zeit nach den dreien kann ich übrigens einen weiteren Blick in das Oeuvre von Christopher Moore wärmstens empfehlen. Zwar ist Biff sicherlich sein Meisterwerk aber auch die anderen Bücher haben einen sehr angenehm ironischen Stil und sympathische „Fantasy“-Elemente. Würde da zu „A dirty Job“ (Ein todischerer Job) raten.

    Achja, und da meine gelesenen Bücher in den letzten Monaten fast immer von drei Autoren stammten, nämlich Moore und Hornby sowie einem Dritten, muss ich letzteren natürlich hier auch noch empfehlen: Tony Hawks, dessen bekanntestes Werk wohl „Mit dem Kühlschrank durch Irland“ ist – großartig. Sollte dir dann auch gefallen.

  2. Trainer Baade schreibt:

    Die Antwort ist Kloßbrühe. Lies sofort das Prokrastinationsbuch und sag mir dann, ob es bei Dir geholfen hat (wenn Du das Problem nicht hättest, warum hättest Du es dann kaufen sollen?)

    Und mit sofort meine ich sofort und nicht erst, wenn die von mir noch nicht gesetzte Deadline naht.

    „How to be good“ empfand ich als so ziemlich das grottigste Buch, das ich in den letzten 5 Jahren gelesen habe, obwohl ich ausgemachter Hornby-Anhänger bin. Hab ich natürlich auch zu Ende gelesen, aber trotzdem Respekt, dass Du Dich durch diesen Lumpen, der einem nichts erzählt, durchquälst.

    Und: womöglich kaufen Deine Freunde auch immer nur dann Bücher, wenn sie Geschenke brauchen?

    Fang dann jetzt bitte sofort mit dem Lobo an. Bitte. Es ist dringend. Wie immer.

    Abgesehen davon liest Du offensichtlich viel zu viel in letzter Zeit. Geh mal wieder ordentlich Fußball spielen. Aber erst nach dem Lobo.

  3. Paul schreibt:

    Lies bitte zuerst „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“ und dann sag mir, ob es gut ist. Es könnte die Antwort auf all meine Probleme sein…

  4. Ghost Dog schreibt:

    @hirngabel: Danke für die Tipps. Ich werde Moore und Hawks mal auf meine Weihnachtswunschliste setzen.

    Zu Hornby: Laut Wikipedia hat sich Johnny Depp die Filmrechte für „A Long Way Down“ gesichert.

    @Trainer Baade: Das Lobo-Buch ist quasi eine Biografie über mich. Ohne, dass ich es gelesen habe, weiss ich jetzt schon, dass es wohl das Buch mit den meisten „Die schreiben über mich“-Momenten ever sein wird.

    Vorher muss ich aber „How To Be Good“ fertiglesen. Stellenweise finde ich es auch etwas seltsam und ich hoffe die ganze Zeit auf eine gute Auflösung, was es mit DJ GoodNews auf sich hat, aber ich lese das Buch recht gern und freiwillig zu Ende. Denn sowohl der Mann als auch die Frau haben Eigenschaften, die mir den einen oder anderen „Die schreiben über mich“-Moment beschert.

    @Paul: Prokrastination ist kein Problem. Es ist ein Lifestyle!😉

  5. Paul schreibt:

    Mangelnde Selbstdisziplin aber nicht:/

  6. Birk schreibt:

    wenn ich das hier so lese, kommt mir ein Spruch in den Sinn, den mir eine Buchverkäuferin sagte, als ich „Die Islandglocke“ kaufte! Es war schon dunkel draußen als Sie zu mir sagte: „Das ist das erste Buch, was ich heute verkaufe!“

  7. CK TheJunction schreibt:

    Also wenn das Buch für eine weibliche Person sein soll, dann empfehle ich Nick Hornby. Irgendwie faszinieren seine Bücher vor allem die weibliche Leserschaft. Ich hab mir vor ein paar Monaten „Slam“ durchgelesen und kann nicht nachvollziehen warum der mann derart gehyped wird.

    lg

  8. hirngabel schreibt:

    @CK TheJunction

    „Slam“ ist aber auch ein wirklich ungünstiges, weil meiner Meinung nach sein bisher schwächstes, Buch, um mit Hornby zu beginnen.

    Da spielen Fever Pitch, High Fidelity, About a Boy oder A Long way down in ganz anderen Ligen!

    @ghostdog

    Ja, das hab ich damals auch gesehen, als ich das Buch las. Kann mir auch sehr gut vorstellen, dass dies funktionieren dürfte. Wobei ich „befürchte“, dass man sich im Film dann auf einen Erzähler konzentrieren wird, wodurch einiges an Flair verloren gehen könnte. Aber mal schauen, ungelegte Eier…
    Hast Du eigentlich Fever Pitch mal gelesen, so als dem-Fußball-mit-Interesse-Zugewandter? Eines der besten Fußballbücher in dem keine Statistiklisten sind.

  9. Ghost Dog schreibt:

    Da ich ja bekanntlich die besten Leser der Welt habe, denen ich voll vertrauen kann, war ich heute im Buchladen und habe mir (als ich eigentlich nach einem Geburtstagsgeschenk für meine Oma gesucht habe) das Tony-Hawks-Buch „Mit dem Kühlschrank durch Irland“ gekauft. Allein schon der Teasertext hat mich richtig heiss gemacht.

    Heute bin ich mit „How To Be Good“ fertig geworden und ich bin von dem Ende jetzt wirklich etwas enttäuscht. Nichts halbes und nichts ganzes.

    Ab nächster Woche regle ich dann Dinge…

  10. hirngabel schreibt:

    Fein, Du wirst es nicht bereuen, wage ich zu behaupten.
    Sehr schön sind übrigens auch seine anderen Bücher. Z.B. die Geschichte, als er versuchte, alle Spieler der moldawischen Fußballnationalmannschaft im Tennis zu besiegen (Matchball in Moldawien).
    Naja, hast ja erstmal ausreichend Stoff. =)

  11. mars schreibt:

    da das ganze problem ja offenbar mit christopher moore begann, sei hiermit für zukünftige einkäufe „ein todsicherer job“ vom selben autor empfohlen. aber auch ich möchte darum bitten, erst das ding mit der selbstdisziplin und so weiter und so fort.

  12. Pingback: Startup Lesson 5: Überforderung effizient managen | woobby.com - Der Blog zur Ranking Community

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