Bugusing

(Bugs, wörtlich übersetzt „Ameisen Ungeziefer“, sind Fehler in der Programmierung von Anwendungen, Spielen oder Webseiten. Bugusing ist demnach das Ausnutzen dieser Fehler zu seinem eigenen Vorteil.)

Das Gute beim Sockenkauf im Megapack ist bekanntlich, dass man problemlos auch mal einzelne Socken an die Waschmaschine oder das Sockentier verlieren kann, ohne dass gleich ein ganzes Paar futsch ist. Aber das ist nicht der einzige Pluspunkt. Man kann im Zwischenfall-Fall auch schnell eine Socke austauschen, ohne gleich ein komplett neues Paar anziehen zu müssen.

Darum kaufe ich nur noch schwarze Sneakersocken in Packungsgrößen von fünf Paar aufwärts, weil es das Leben viel einfacher macht. Ein „Welche Socken passen zur Hose?“ gibt es nicht mehr, ein „Wo ist die zweite Socke hin?“ entfällt ebenfalls und wenn eine Socke mal ein Loch hat, sind immernoch neun andere da, die in die Bresche springen.

Kinder im Allgemeinen und Kinder im Spracherwerbsalter im Speziellen haben an der einen oder anderen Stelle noch diverse Bugs. Sie laufen aus, interessieren sich für Dinge, die sie nichts angehen oder tun genau das Gegenteil, das man ihnen sagt. Der Ad-mini ist zum Beispiel immer dann extrem unvorsichtig, wenn ich sage: „Sei extrem vorsichtig“.

Innerhalb von fünf Minuten hat er heute morgen zwei Getränkebecher mit seinem Ellenbogen umgeworfen, nur ein paar Sekunden, nachdem ich ihm mitgeteilt habe, genau das bitte nicht zu tun. Jedes Mal stand übrigens gerade mein linker Fuß unter der Unfallstelle, so dass ich heute Morgen zwei Mal eine neue schwarze Socke anziehen musste. Handgestoppte 20 Sekunden konnte ich so in meinem Tagesablauf einsparen, weil die rechte Socke nichts abbekommen hat.

Weil der Ad-mini gern unfreiwillige Schwerkrafttests mit Bechern macht, bin ich vor kurzem dazu übergegangen, ihm nur noch Wasser zu geben. So kann ich die Pfützen gleich dazu nutzen, den Fußboden zu wischen. (Ich verzichte aber darauf, dem Wasser gleich von vornherein Putzmittel beizumischen. Nicht, dass jemand denkt, der Dosierkugelzwischenfall war inszeniert.)

Gern macht er mir auch Dinge nach. Das kann zu unschönen Szenen führen, wenn ich in einem unbeobachtet geglaubten Moment das Nutellamesser ablecke oder in den Toaster fasse. Jedoch komme ich oft zu dem Vergnügen, ungeliebte Haushaltsarbeiten nur kurzzeitig machen zu müssen. Ich hole dann zum Beispiel einfach den Staubsauger raus, schalte ihn an und nach wenigen Sekunden übergebe ich dem Ad-mini das Gerät, der dann die komplette Wohnung saugt. Das gleiche Prinzip funktioniert auch beim Tischabwischen und Müll in den Mülleimer werfen. Nur die Sache mit dem Wäsche aufhängen und falten müssen wir noch üben.

[foto: flickr]

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8 Antworten zu Bugusing

  1. anne schreibt:

    aber bugs übersetzt man doch eher mit wanzen statt ameisen, oder?

  2. Georg Krüger schreibt:

    ich sag nur du schaffst es perfekt gute Erziehung mit Entlastung unter einen Hut zu bringen – vielleicht ist der ad-mini auch an kundensupport interessiert?🙂

  3. Kittyluka schreibt:

    Lieber ad-mini, sag mal: „Kinderarbeit ist gesetzlich verboten und wird mit einer Gefängnisstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“

    Lieber Ghostdog: Nutze die Zeit, bis er das sagen kann.
    😉

  4. pinselplins schreibt:

    Kann man sich mal denn Ad-mini mal ausleihen bei dir?

  5. Ghost Dog schreibt:

    @anne: Danke! Da bin ich mal wieder jahrelang einem Irrtum aufgesessen. Ich habe es oben im Beitrag verbessert.

    @Georg: Ab Herbst führe ich ihn ins Themengebiet „Beschwerdemanagement und CRM“ ein. Zum dritten Geburtstag gibt es dann das Buch „Webseiten professionell gestalten“.

    @Kittyluka: Ist es auch Kinderarbeit, wenn er kein Gehalt bekommt?

    @pinselplins: Da Kinderarbeit bekanntlich verboten ist, müssen wir uns aber finanziell so einigen, dass das Geld am Staat vorbeifließt. Das ist doch okay für Dich, oder?

  6. kbrause schreibt:

    das mit dem staubsauger kenn ich, das ist enorm praktisch, obwohl es bei unserem kleinen schon leicht manisch wird. so werde ich jetzt schon täglich von ihm gezwungen den sauger rauszuholen, bzw. er schreit in einem tobsuchtsanfall danach, da ich das gute gerät hinterm schrank versteckt habe.

  7. pinselplins schreibt:

    Da ich eh nicht mehr in D. lebe und ich mit diesem Staat eh nichts mehr am Hut habe dürfte das okay sein😉

  8. Kittyluka schreibt:

    Mh… also ich nenn es auch „Arbeit“, wenn ich dafür bezahlt werde… gerade dann, weil sonst ist es ja nur eine Tätigkeit für Wohltätige Zwecke oder Ehrenamtliche Tätigkeit oder wie man das auch immer nennt…

    man kanns natürlich auch Sklavenhaltung im 21. Jahrhundert nennen.

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