Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben #20

…einen SMART gefahren.

Der SMART feiert im Oktober sein 10-jähriges Marktjubiläum. 10 Jahre hatte ich es demnach bisher erfolgreich vermieden, mich hinter das Lenkrad dieses Matchbox-Autos zu setzen. (Nur einmal, vor zwei Monaten, „lag“ ich mal zehn MInuten auf dem Beifahrersitz eines SMART Roadsters.)

Heute abend war es dann soweit.

Ich wurde vor kurzem für einen Betatest ausgewählt, bei dem eine neue Dienstleistung getestet werden soll, die eine Mischung aus Autovermietung und Car-Sharing ist. Im Augenblick ist dieser Test noch „Closed Beta“, so dass ich über den Anbieter noch nicht mehr erzählen darf.

Als Tester habe ich die Möglichkeit, das Prinzip der Dienstleistung auszuprobieren, ohne dafür bezahlen zu müssen. Ich kann mir also kostenlos Autos „mieten“ und sie ohne großartige Limits benutzen. Nicht einmal das Benzin muss ich bezahlen, so dass ich dem Projekt von Anfang an schon mal ziemlich aufgeschlossen gegenüberstehe.

In meiner Nähe gibt es einen Stellplatz, auf dem der Dienstleister im Augenblick zwei Fahrzeuge abgestellt hat. Eines der beiden Autos ist der SMART Fortwo. Da das andere Auto am Wochenende schon vergeben war, blieb mir also nichts anderes übrig, als den SMART zu buchen.

Gegen 22 Uhr habe ich das Auto abgeholt. Mit drei großen Schritten konnte ich es einmal umrunden, um zu prüfen, ob ich es auch in einem mangelfreien Zustand übernehme. Der Randstand des Autos ist nur geringfügig größer als eines handelsüblichen Bobby Cars. Das Einsteigen war überraschend problemlos. Mit so viel Platz im Innenraum hätte ich wirklich nicht gerechnet. Zwar sitzt man mit dem Hintern quasi auf der hinteren Stoßstange, aber für zwei Personen, die mit leichtem Gepäck reisen, reicht das Auto vollkommen aus.

Es hat mich trotz eines Hinweises von Sachar fünf MInuten gekostet, bis ich das Zündschloss gefunden hatte. Es befindet sich nämlich auf der Mittelkonsole zwischen Schalthebel und Handbremse. Beim Starten des Autos habe ich mich dementsprechend auch wie in einem kleinen Helikopter gefühlt.

Bevor ich mich auf die Straße getraut habe, drehte ich noch ein paar Testrunden auf dem Parkplatz, denn die halbautomatische Tiptronic-Schaltung kannte ich bisher auch noch nicht. Es ist, abgesehen von den unglaublich langen Schaltvorgängen, aber ein ziemlich simples Schaltprinzip: Man schaltet mit einem Antippen des Joysticks hoch und lässt automatisch runterschalten, wenn man die Geschwindigkeit verringert. Der Rückwärtsgang liegt unter der Neutral-Stellung.

Das Fahren an sich hatte ich mir autoscootiger vorgestellt, aber das Auto liegt stabil und recht hoch auf der Straße. Die Federung ist ziemlich hart, das musste ich bei zwei Schlaglöchern schmerzlich feststellen. Ansonsten nichts außergewöhnliches, bis auf die Bremse, die bei diesem SMART ziemlich direkt und heftig reagiert.

Zwei faszinierende Feststellungen habe ich dann noch gemacht. Als ich das Auto kurz in zweiter Reihe abgestellt hatte, die Schaltung auf N und keine Handbremse betätigt hatte, konnte ich den SMART mit einer Hand vor und zurück schieben. Es ging sogar leichter zu Schieben als das Schieben meines alten rosa Damenfahrrads. Ich gehe also davon aus, dass ein durchschnittlich trainierter Mensch den SMART auch auf die Schultern heben und nachts ins Wohnzimmer stellen kann, wenn es draußen keinen Parkplatz gibt.
Was mich zur Erkenntnis Nummer Zwei bringt: Auch mit einem SMART war es heute abend nicht leichter, um den Kollwitzplatz herum einen Parkplatz zu finden, als mit meinem etwa drei Mal so langen Toyota. Das könnte aber auch an meiner fehlenden Erfahrung liegen, Parklücken in der Größe eines A4-Blattes zu finden.

Morgen werde ich den SMART dann ausgiebiger testen, denn ich habe einen kilometerträchtigen Tag vor mir. Von Prenzlauer Berg nach Buch nach Baumschulenweg nach Buch nach Mitte nach Prenzlauer Berg.

[Ich musste auf dem Foto die Firmenbezeichnung und das Kennzeichen unkenntlich machen, weil ich – wie gesagt – noch nichts konkretes über die Dienstleistung schreiben darf.]

Dieser Beitrag wurde unter Berlin, Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben, Info, Links, Persönlich, Photo, twitter, www veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Heute habe ich das erste Mal in meinem Leben #20

  1. Thrillhouse schreibt:

    Ich seh‘ grad, dass das ja der neue Smart ist. Der ist länger als der Alte – deswegen evtl. deine Parkplatzprobleme.

  2. Sachar schreibt:

    Da ich selber smart fahre, kann ich Deine ersten Eindrücke bestätigen. Das „Auto“ ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Nach einigen Tagen wollte ich aber – zumindest in der Stadt – nichts Anderes fahren. Zumal auch bei mir locker ein Koffer oder drei große Wasserlästen in den Kofferraum passen.

    Was meinst Du aber, wie peinlich es mir war, als ich auf dem Hof des Autoverkäufers stand, eine Probefahrt machen wollte und eben an dem Problem, auf das ich Dich hinwies (Schlüssel in der Mitte), scheiterte?

  3. patrick schreibt:

    Ich fahre selber auch einen smart fortwo cabrio mit Schaltwippen am Lenkrad, das ist auch sehr cool und würde auch kein anderes Auto mehr fahren wollen.
    Ich hatte am Anfang Probleme, den Motor an bzw. wieder aus zu machen, da die Schaltung auf R stehen muss und die Bremse gedrückt werden muss.
    Wenn du es mal raushast, dann kommst du sogar in Parklücken rein, die kleiner sind wie der smart.

  4. Georg Krüger schreibt:

    darf man echt noch nichts über die aktion schreiben? oder machst du das nur damit du im eigene blog keine werbung machst? hab gar nichts dazugelesen?
    ich hatte das wochende über einen Mini. war auch gewöhnungsbedürftigt aber wenn man sich dran gewöhnt hat, hab ihn liebgewonnen.

  5. Ghost Dog schreibt:

    @Georg: Nein, um Werbung geht es mir nicht. Solange die Testphase noch closed ist, wollen sie das noch intern halten, steht irgendwo. Ich vermute sie warten die ersten beiden Wochen ab, ob das Ganze halbwegs läuft und dann wird eine Pressemeldung rausgegeben, in der dann das übliche Geschwafel drinsteht. Und danach dürfen wir auch die Gutscheine, die wir bekommen haben, verteilen.

    Mini bin ich gestern gefahren. Dazu schreibe ich noch einen längeren Beitrag. Um es kurz zu fassen: Ich bin verliebt.

  6. Paul schreibt:

    Hab heut son Teil die Alt-Moabiter langfahren sehen, wer am Steuer saß sah ich nicht. Warst du das zufällig?

  7. Ghost Dog schreibt:

    Nein, das war ich nicht. Ich hatte den Smart nur einen Tag lang. Die nächsten Buchungen sind nur Minis und immer am Wochenende.

  8. werbeallerlei schreibt:

    @ghostdog19 so toll findest du den mini? ok ich finde er verköpert ein stück weit lebesngefül..aber davon ablenken dass er im innerraum klein ist und nur aus plastik besteht, zumdem es schwer ist das radio anzumachen und der mitteltacho komplett sinnlos groß ist…hat er mir fahrspaß mäßig auch gefallen 😉 aber gleich verlieben ?

  9. M@rtin schreibt:

    Fahrt mal einen Mini Cooper S, möglichst auf Landstraßen… das ist echter Fahrspaß!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s