Obama

Der Zweikampf zwischen Hillary Clinton und Barack Obama ist vorbei. Obama hat heute die restlichen Delegiertenstimmen erhalten, die ihn nun auch rechnerisch zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten qualifizieren.

Das schreibt übrigens BreakingNewsOn, ein Twitternewschannel, der mal wieder schneller als jedes andere Medium die Neuigkeit verbreitet.

Ohne mich jetzt inhaltlich zu sehr mit diesem Wahlkampf um die Kandidatur auseinandersetzen zu wollen, frage ich mich schon seit Monaten: Was zum Teufel hat die Deutschen Medien geritten, dieses Duell Clinton-Obama minutiöser zu verfolgen, als jeden Deutschen Wahlkampf zuvor? Es geht um den Kandidaten zur Präsidentschaftswahl, nicht mehr und nicht weniger.

Obama ist nun, das muss man hier in Deutschland sicherheitshalber dazusagen, nicht automatisch neuer Präsident der Vereinigten Staaten. Ganz im Gegenteil.

John McCain, ein hierzulande eher selten genannter Name, steht schon länger als Kandidat der Republikaner fest, da George W. Bush nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf und die Vorwahlen der Republikaner schon vor Monaten eindeutig zugunsten McCains entschieden wurden.

Dieser McCain freut sich nun einen Keks, dass die eher konservative Hillary Clinton, gegen die er aktuellen Zahlen zufolge weitaus geringere Chancen auf einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl hätte, ihren wohl letzten Traum auf ein großes politisches Amt begraben muss. Denn Experten zufolge sehen Obamas Chancen im Augenblick sogar alles andere als gut aus, sollte er es nicht schaffen, die Clintonanhänger für sich zu gewinnen, die vor allem in den Bundesstaaten leben, die historisch als „Swing States“, sogenannte Wechselwählerstaaten gelten.

Aber das interessiert in den Deutschen Medien erstmal keinen.

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5 Antworten zu Obama

  1. hirngabel schreibt:

    Nuja, das kommt aber auch ein bisschen drauf an, aus welcher Ecke die Zahlen kommen… Zumindest besagten bisher die meisten Meinungen, die ich so (speziell von Amerikanern) gehört habe, dass Hillary der wesentlich dankbarere Gegner für McCain in der eigentlichen Wahl wäre, da sie doch die etwas streitbarere Figur ist.

    Ansonsten: Zustimmung dazu, dass es schon ein wenig absurd ist, wie sehr die deutschen Medien diesen (Vor-)Wahlkampf verfolgen. Aber der Wahlkampf ist nun mal auch ungleich sexier (?) und glamouröser als der deutsche. Und für die Weltpolitik insgesamt ist es ja auch nicht gänzlich unbedeutend.

  2. chelsea schreibt:

    Also ob Clinton/McCain oder Obama/McCain – Wahlkampf ist erstmal etwas ganz anderes als Vorwahlkammpf, denn nun muss in den nächsten Monaten auch McCain damit zurecht kommen, dass auch er wieder voll im Mittelpunkt des Medieninteresses steht. Mal sehen, wie er damit umgehen kann. Obama ist das zunächst ja etwas besser gewöhnt. Von daher bringen solche Umfragen meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt eher wenig.

    Tja, auch die deutschen Medien setzen immer mehr auf „Quotenbringer“. Und das ist so ein Duell Clinton/Obama allemal. Wer will den auf der Titelseite lesen, dass CDU und SPD wieder im Krach sind, wenn es so ein Duell in den USA gibt? Und unabhängig mal davon, wird über den deutschen Wahlkampf, der ja demnächst ehe beginnen wird, sicherlich noch genug berichtet.

    Ich glaube auch nicht, dass die Berichterstattung aus den USA so intensiv geworden ist wie noch nie. Das liegt wohl vor allem daran, dass eher wenig aus dem Ausland bei uns berichtet wird. Und dann fallen tägliche Berichte zu den Vorwahlen im ganzen Theater der Innenpolitik eben mehr auf.

  3. Birk schreibt:

    zitat: „frage ich mich schon seit Monaten: Was zum Teufel hat die Deutschen Medien geritten, dieses Duell Clinton-Obama minutiöser zu verfolgen, als jeden Deutschen Wahlkampf zuvor?“

    GENAU! genau das denke ich mir auch jeden 2. Tag wenn ich in der Tagesschau wieder was über Bill Clinton und Obama höre. Daß nu diese Drecksreaktionäre-Ultrakonservative-VorDämlichkeitÜberlaufende- SpringerPresse jeden Tag den Schwarzen oder die Frau auf der Titelseite hat ist eher weniger verwunderlich. Jedenfalls sind m. E. alle Spiegelreporter daran interessiert das wir der was-weiss-ich-fünfzigste Bundestaat werden müssen, so schnell es geht.
    Aber wenn die Medien, welche unhabhängig genannt werden wollen Tag ein Tag aus über amerikanischen Vorwahlkampf berichten, frag ich mich wirklich was in den Köpfen der Intendanten vorgeht. Wenn ich Gebühren zahlen würde, würde ich mich glatt aufregen!

    Anm. an den Redakteur von „Die Straßen von Berlin“: Ich untersage strengstens jede Herausgabe meiner persönlichen Daten an die öffentlichen Rundfunkämter zwecks Gebühreneintreibung 🙂

  4. Pingback: Medien-Sport-Politik » Obamania (I)

  5. Osama schreibt:

    Ne ganz einfache allgemeine Festellung ist doch: „Was ist das besondere an dieser Wahl?“. Ich kenne weder von Obama noch von McCain die wahre politische Vorgeschichte. Mir ist die Wahl in den USA (wenn sie überhaupt stattfindet) sowas von egal. Der Fahrplan für die nächsten Monate und Jahre steht doch sowieso.

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