Urheberrecht auf Ebaybeschreibungen?

Kurze Frage: Kann ich auf Texte, die ich bei Ebay zur Beschreibung eines Artikels formuliere, auch Urheberrechtsansprüche geltend machen? Irgendein Idiot verkauft nämlich gerade das gleiche wie ich und hat ganz dreist einfach meinen Text per Copy&Paste übernommen. Arschloch.

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18 Antworten zu Urheberrecht auf Ebaybeschreibungen?

  1. M@rtin schreibt:

    Mir hatte einer ein Foto meines Fahrzeuges geklaut und damit Werbung gemacht. Ohne Anwalt hast du keine Chance, denn ebay kümmert sich einen Scheiß darum.

    Wird schwierig nachzuweisen, dass der Text tatsächlich von dir ist.

  2. Ghost Dog schreibt:

    Ich überlege, ob ich dem Typen eine Frist bis morgen Mittag setze, die Auktion (und damit meinen Text) wieder rauszunehmen. Wenn er das nicht macht, schreib ich ihm ne kleine Rechnung.

  3. M@rtin schreibt:

    Habe ich auch mit meinem Foto so gemacht, bis auf die Rechnung. Er hatte es erfolgreich ignoriert und ebay hat mich ebenfalls erfolgreich ignoriert – nichtmal eine Reaktion auf meinen Hinweis, dass ein Recht Dritter verletzt wurde.

    Prognose: der Typ lacht sich ins Fäustchen, aber probiere es trotzdem – aus Prinzip🙂 .

  4. Georg Krüger schreibt:

    hehe Björn der Texter🙂 was verkaufst du denn bei ebay? nen autogramm vom kaiser😀

  5. Ghost Dog schreibt:

    @Georg Krüger: Hey, ich habe ein Gewerbe, in das (nach meiner Interpretation) auch sowas wie Texte und Content verfassen reingehört.😉 Ich verkaufe das T-Shirt, das Du (wahrscheinlich) auch am Ausgang geschenkt bekommen hast.

  6. hirngabel schreibt:

    Ebay ist ohnehin äußerst unkooperativ solange man nur „einfache Nachfragen“ stellt. Vermutlich muss man wirklich mit rechtlichen Schritten drohen, um da irgendwas zu erreichen. Von uns produzierte Gratisbroschüren werden bei Ebay immer mal wieder von unterschiedlichsten Personen verkauft (und das in teilweise großem Stil) – aber auf keine meiner Beschwerden wurde mit mehr als einer automatisierten Standardmail geantwortet. Schade eigentlich.

    Drücke auf jeden Fall den Daumen, dass Du was erreichst.

  7. Kittyluka schreibt:

    Es ist nur ein Text. Und vermutlich wirklich nur ein T-Shirt-Beschreibe Text ohne Sonderdinger.

    Solltest du natürlich ein Gedicht oder eine künstlerische Phrase verfasst haben sieht das anders aus.

    Frag ihn doch einfach, warum er deinen Text kopiert hat und bitte ihn, den wieder raus zu nehmen… vielleicht ist er nett.

  8. Ryo schreibt:

    Du hast das recht auf deiner Seite, keine Frage.

    Aber jetzt mal ehrlich, ist das wirklich so schlimm?
    Muss man wegen jedem Scheiss sein Copyright wahrnehmen?
    Irgendwie muss die Gesellschaft auch im Internet erst noch lernen was wichtig ist.

    Die Oma von Nebenan, die alle Falschparker mit der Kamera festhält und Anzeige erstattet, hat ja auch Recht. Aber soll man wirklich so kleinlich sein.

    Also bleib einfach mal locker, und frage dich, was DEIN Vorteil ist wenn der Typ deinen Text nicht verwendet. Oder willst du ihm den Verkauf seines Stücks einfach nur möglichst schwer machen?

    Stay cool.

  9. Ghost Dog schreibt:

    @Kittyluka: Ja, nur ein Text. Aber an dem hab ich aber ne Stunde gesessen. Und der Typ verkauft genau den gleichen Artikel. Er nimmt also meine Beschreibung und bereichert sich damit (und im Extremfall verliere ich dadurch Geld, weil die Leute eine Alternative haben und das T-Shirt auch bei ihm kaufen können). Das finde ich ziemlich dreist. Und natürlich werde ich ihm nicht gleich mit Anwalt oder sowas drohen, aber ich fordere ihn auf, den Text zu löschen. Sollte er das nicht machen, stelle ich ihm 10 Euro in Rechnung für die Nutzung meines geistigen Eigentums (Stundenlohn eines normal vergüteten Studenten). Mehr entgegenkommen kann und will ich ihm nicht.

  10. frida schreibt:

    sorry, ich finds auch übertrieben. klar ist der typ dreist, aber genau über die methode, leute wegen jedem kleinscheiß (sorry) an- oder abzumahnen und rechnungen zu schicken, wird sich andernorts in der blogosphäre auch immer wieder geärgert.

  11. Ghost Dog schreibt:

    @Ryo und frida: Stimmt, ich habe überreagiert. Es gibt jedoch trotzdem einen Unterschied zwischen versehentlichen Urheberrechtsverletzungen durch Google-Bildersuche bzw. Flickr in Blogs und Foren, die in der Regel ohne finanzielle Interessen geführt werden und dem gezielten Suchen nach einer gleichen Auktion bei Ebay, um den Beschreibungstext zu klauen und damit Geld zu verdienen. Das ist meiner Meinung nach ein ganz anderes Level. Aber ja, ich hätte cooler drauf reagieren sollen.

  12. Jürgen Kalwa schreibt:

    Das erste Stichwort lautet „Schöpfungshöhe“. Nicht jede sprachliche Kreation kann für sich überhaupt in Anspruch nehmen, das irgendetwas an dieser Buchstabensuppe Schutz verdient (siehe auch Kittyluka). Das kann man nur im konkreten Einzelfall bewerten und muss es auch belegen. Aber jenseits vom Urheberrecht gibt es noch ein Wettbewerbsschutzrecht: das UWG. Mir scheint, dass dieser Fall auch mal aus dieser Richtung betrachtet werden sollte. Ich habe bei der Lektüre des Gesetzes (http://bundesrecht.juris.de/uwg_2004/index.html) keinen ganz konkreten Anhaltspunkt gefunden. Aber vileleicht inspiriert es jemanden. BGB ist auch noch einen Blick wert. Ansonsten: Solche Dinge sind vermutlich schon mal richterlich abgehandelt worden. Und diese Entscheidungen sollte man als erstes finden und auswerten.

  13. Le Roi schreibt:

    Wettbewerbsschutzrecht? Bei Privatverkauf?

    Vermute: Schöpfungshöhe zu tief. Betrag zu gering: Nichtigkeit. Next.

  14. hirngabel schreibt:

    Mal ganz von dem „Geschmäckle“ abgesehen, dass Du Dich an einem Werbegeschenk bereicherst… =)

  15. Ghost Dog schreibt:

    @Jürgen Kalwa: Mal abgesehen von meinem „Fall“, (den ich hier jetzt wirklich nicht so hoch hängen möchte) ist das ein interessantes Gebiet. Wo fängt ein schützenswerter Text an? Was gibt es für Kriterien, damit dieser Text unter das Urheberrecht fällt?

    @hirngabel: Schuldig. Ohne wenn und aber.

  16. Kittyluka schreibt:

    @GhostDog Oha, künstlerische Freiheit würde ich mal sagen. Also so genau wird es da keine Grenze geben, hängt vermutlich dann an den beteiligten Personen, ob sie es als schützenwerte Kunst deklarieren oder nicht.

    Ist ja nicht nur bei Texten so… Meistens kann man dem aus dem Weg gehen indem man eben runterschreibt „Darf nur mit Quellenangabe zitiert werden“ oder so ähnlich.

  17. Holger Ehrlich schreibt:

    Das ist eine Frage der „Schöpfungshöhe“. „Gelbes Fahrrad zu verkaufen.“ erreicht keine schützendswerte Schöpfungshöhe. Es kommt also darauf an, dass Dein Text eine gewisse Dir eigene Originalität besitzt.

  18. Ghost Dog schreibt:

    @Holger Ehrlich: Es waren knapp 80 Wörter.

    Um meinen kleinen „Fall“ hier mal ad acta zu legen: Ich habe dem anderen Verkäufer eine Email geschrieben und ihn gebeten, den Text zu entfernen. Das hat er nun anstandslos getan und sich mit der Begründung entschuldigt, dass er das bisher noch nicht so oft gemacht hätte (also das Verkaufen, nicht das Contentklauen). Ich habe ihm dann noch ein paar nett gemeinte Hinweise gegeben, dass er vorsichtig sein soll, von wo er Texte und/oder Bilder kopiert und er immer eine Zustimmung des Urhebers und eine Quellenangabe benötigt, sonst kann schnell mal eine teure Abmahnung ins Haus kommen. Die Sache ist für mich vom Tisch und ich habe gelernt, dass ich beim nächsten Mal erstmal cooler reagieren muss.

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