Die Pokalfeier von Bayern München in Wort und Bild

Das gestrige Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München habe ich auf einer Videowand gesehen, die größer war als meine erste eigene Wohnung. Diese 36-m²-Videowand hängt in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, die mit ihrer Tochter T-Home als Hauptsponsor von Bayern München eine große Pokalfeier verantstaltete.

Eingeladen waren Geschäftspartner und Mitarbeiter der Telekom, sowie Fussballer und Angehörige von Firmenmannschaften, die in der Medienliga aktiv sind. Technisch gesehen war ich als Angehöriger einer Firmenmannschaft dabei, auch wenn ich Georg, dem ich offiziell angehörte, gestern nachmittag am Eingang erst in einem Blitz-Blind-Date kennengelernt habe. Für die Einladung bedanke ich mich noch einmal sehr herzlich.

Ich hatte schon von Vornherein eine eher gediegene Veranstaltung erwartet, aber die Dekadenz und Steifigkeit hat dann meine Befürchtungen sogar noch übertroffen. Ich war mit meinem schicken Cord-Jackett fast noch underdressed, aber dann tauchten doch noch ein paar Besucher mit Fanschals und Trikots auf, die aber auch nicht verhindern konnten, dass es eine merkwürdig ruhige und zurückhaltende Veranstaltung wurde. Fussballstimmung konnte man es jedenfalls nicht nennen.

PREMIERE-Moderator Sebastian Hellmann, zu dem ich noch einen eigenen Beitrag schreiben muss, führte durch den seltsamen Abend. Die Videowand wurde bis fünf Minuten vor dem Spiel und in der Halbzeit dazu genutzt, Werbung für T-Home zu machen. Ein (mit einem sehr ungünstigen Sprachfehler gestrafter) Telekommann wollte den Anwesenden die Vorteile irgendeiner Digitalen Festplattenbox erklären und spulte dafür kreuz und quer durch Spielszenen vergangener Bundesligaspiele.

Wie man es von Deutschen Pauschaltouristen kennt, hatten sich einige Gäste schon eine Stunde vor Beginn des Spiels die besten Plätze reserviert, die in Form von Loungesesseln direkt vor der Videowand aufgereiht waren. Der große Saal war ansonsten mit Barhockern und Tischen ausgestattet. Alles sehr edel und schick, aber viel zu geleckt, um eine anständige Feier, die über den Status eines Banketts hinausgeht, daraus zu machen. Und ich glaube, dass die Telekom so etwas auch gar nicht wollte.

An zwei Seiten des Saales waren die Stände aufgebaut. Und wie es sich für ein „zünftiges Bayernfest“ gehört, gab es auch hauptsächlich Speisen und Getränke aus dem Freistaat. Beim Bier konnte man zwischen Paulaner und Paulaner wählen, zu essen gab es Brezen, Leberkäse, Frikadellen mit und ohne Fleisch, eine Art Kartoffelbrei mit Gurken und verschiedene Brotsorten. Das Highlight war aber der Coca-Cola-Stand – nicht wegen der Getränke, sondern der Models Flaschenöffnerinnen hinter dem Tresen. Manch ein Kerl holte sich mehrfach dort lechzend eine Wasserflasche, nur um sie dann außer Sichtweite bei der erstbesten Gelegenheit heimlich gegen ein Bier auszutauschen.

Gespart hat die Telekom auch nicht am Servicepersonal. Unten an der Garderobe standen zeitweise acht Mädels, um alle fünf Minuten eine Tasche oder Jacke entgegenzunehmen. Um ihnen nicht zu sehr das Gefühl geben, nichts zu tun zu haben, bin ich öfter hingegangen. Erst habe ich nur meine Tasche abgegeben, eine Stunde später mein Jackett, nur um es eine Stunde später wieder abzuholen.
Im großen Saal liefen sich etwa 20 Kellner die Füße wund. Sie räumten schneller ab, als man die leeren Teller und Gläser abstellen konnte und brachten trommelweise neues Bier, wenn die alten zur Neige gingen. Ebenfalls eine schöne Sache waren die „Pommes mit Currywurst“-Schalen, die einem öfter angeboten wurden, als der neue „Straßenfeger“ in der Berliner S-Bahn.

Es hat einem also an nichts gefehlt – außer an Stimmung. Selbst nach dem drei Toren und dem Abpfiff des Spiels ließen sich die meisten gerade mal zu einem kurzen Applaus hinreißen. Erst zu später Stunde, als nicht nur ich bereits Biergläser in zweistelliger Höhe geleert hatte und die größten Langweiler bereits zu Hause waren, lockerte sich die Stimmung etwas.

Es folgt die erste Slideshow von Fotos, die ich vor und während des Spiels gemacht habe. In der zweiten Slideshow weiter unten habe ich ein paar Fotos von Leuten mit bekannten Gesichtern zusammengestellt.

Etwa eine halbe Stunde nach Spielende begann dann der stetige Fluss der ankommenden Stars. Jede Menge Busse und Taxen, die direkt vom Olympiastadion kamen, luden die mal mehr, mal weniger bekannten Herrschaften aus. Eine der beiden Klitschko-Brüder (ich kann die beiden nicht auseinanderhalten) war als erster da und den Abschluss bildete dann schon nach Mitternacht der Bayernbus mit der Mannschaft und dem Pokal. Die Mannschaft präsentierte sich ein paar Minuten lang dem Publikum und verschwand dann in den abgetrennten Bankettsaal, zu dem ich leider keinen Zugang hatte. Nachdem ich mir noch ein paar Wegbiere und -Colas genehmigt und zwei letzte kleine Mahlzeiten eingenommen hatte, ließ ich mir am Zigarrenstand noch eine edle Davidoff schenken (Gumpen, die ist für Dich!). Ich verabschiedete mich von den Garderobenmädels, die sich weiter die Beine in den Bauch standen, ließ mir am Ausgang noch ein exklusives Pokalsieger-T-Shirt geben (kann man bei ebay ersteigern) und machte mich auf den Heimweg.

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5 Antworten zu Die Pokalfeier von Bayern München in Wort und Bild

  1. Olaf schreibt:

    so extrem langweilig siehts gar nich aus. naja. hauptsache mal dabei gewesen sein^^ (ich leg den 5er ins schwein)

  2. Georg Krüger schreibt:

    also wie soll ich sagen björn. nach dem dritten versuche und einem rauswurf. war ich ja dann doch im Magenta saal…

    ich sag nur….unfassbares essen, champagner und guter rotwein.

    dazu hatte ich dann einmal den DFB Pokal in den Händen..Podolski hat mich rangeleassen.
    Podolski ist ein sehr netter und offener Mensch…was man von z.B. Phillip Lahm nicht sagrn kann…man hatte das Gefühl er wäre gerade in die 2.Liga abgestiegen.
    Der größte Idiot ist mit Abstand.. Jan Schlaudraf.. Die die am wenigsten zu melden haben, sind ja meist am hochnäisgsten.

    wie dem auch sei…ich hab ihn allen die hand geschüttelt…dem kaiser , uli, ottmar, ribery, toni…und und und … und wurde von paul breiter höchst persönlich angemekcert. ich soll nicht so nerven😀 auch ein idiot der paul.

    leider hab ich keine bilder..😦

  3. Fußball Forum schreibt:

    Gratulation an den FC Bayern München – wiedermal mit Dusel zum Titel… aber so ist das halt im Fußball.

  4. Ghost Dog schreibt:

    @Olaf: Es war keine Totenveranstaltung, aber wenn man vorher ankündigt, eine zünftige Pokalfeier zu machen, dann heißt das für mich eigentlich, dass es nicht so stocksteif und wie auf einem Kongress zugeht. Aber es soll nicht so rüberkommen, als würde ich mich über den Abend beschweren. Ich würde das jederzeit wieder mitmachen.

    @Georg: Paule wird bestimmt schon ein bisschen recht gehabt haben. Mit dem Bierpegel und dem Alkohol, der da drinnen noch gereicht wurde, warst Du garantiert schön anhänglich.😉
    Eigentlich wollte ich Jan Schlaudraff ja zurufen, dass er bitte bei Bayern bleiben soll. Ich halte ihn für einen richtig guten Fussballer. Aber so wie er auch auf der Bühne stand, kam es mir so vor als hätte er mit dem Kapitel Bayern schon abgeschlossen und fühlt sich auch gar nicht so richtig als Teil des Teams.

    @Fußball Forum: Herzlichen Glückwunsch. Schon beim dritten Kommentar kommt hier der übliche „Dusel“-Schwachsinn. Damit hast Du Dir einen Ehrenplatz verdient.

  5. DerTommes schreibt:

    oioioi…. der Jan Schlaudraff ist hochnäsig ?
    Wo er doch demnächst (wahrscheinlich) beim Club meiner Jugend und damit
    meines Herzensvereins für mehr (fussballerischen) Wirbel sorgen soll ?
    Das höre ich ja gar nicht gerne. Da zuckt das rote Herz und denkt an den
    anderen Jan, der sich immer an der Leine daneben benahm.
    Hoffen wir mal, dass er einfach keinen Bock auf Party hatte und sauer
    ist, dass er sich nicht die Kloses, Tonis, Bommels, Poldis, Schweinis usw.
    durchsetzen konnte.😉

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