Spreeblick lügt

Jaja, so sind sie, die Blutblogger. Heute noch in einem Musical Boykott gefordert und morgen schon wieder fleißig am myspacen.

Bevor Ihr Euch vor Ahnungslosigkeit den Kopf blutig kratzt, möchte ich Euch die Ungeheuerlichkeit erklären:

Die CEOs und Angestellten des Multifunktionsunternehmens Spreeblick haben am ersten Abend der von ihnen selbst ausgerichteten Konferenz re:publica vor gleichgeschaltetem begeistertem Publikum ein Musical aufgeführt. Das Musical endete mit einem gottesdienstähnlichen Höhepunkt, zu dem die gesamte Belegschaft von Spreeblick die Bühne betrat und der sich hemmungslos in den Armen liegenden Zuschauerschaft das finale Lied darbot. Zu den (urheberrechtlich übrigens mehr als bedenklichen) Klängen von „My Way“ predigten sie den Ausstieg aus dem Web2.0.

Ich zitiere aus dem Text des Liedes (hinter den Links verbergen sich Fotobeweise):

„…gruschel Dich selbst – StudiVZ
und nie wieder MySpace!

Die unkritische Masse – sowohl die Zuschauer in der Kalkscheune, als auch die Zuhörer des Livestreams – folgte dem Aufruf Spreeblicks noch am selben Abend blind und löschte alle Accounts bei sämtlichen Social Networks. In den Hauptquartieren von Diensten wie Facebook, Xing oder StudiVZ verzeichneten Zeugen am nächsten Morgen markerschütternde Angstschreie und versuchte Selbstmorde, da die Nutzer-Statistiken über Nacht ins Bodenlose gefallen waren. Werbepartner sprangen kurzerhand ab und beispielsweise die Datenbank mit den Nutzerdaten von StudiVZ war plötzlich „nichts mehr wert“.

Aber: Was die Spreeblick-Untertanen -Leser bisher nicht wissen: Es war alles nur Show! Lug und Betrug! Bauernfängerei! Eine große Worthülse und nichts dahinter!

Denn: Johnny Haeusler, Oberhaupt der Spreeblick-Kirche -Gruppe, hat sich bis heute nicht an seine eigenen Worte gehalten! Noch immer netzwerkt er ungeniert und ohne jede Reue im Internet herum, sucht sich neue Freunde bei MySpace, zieht ahnungslose Geschäftskunden über Xing in den Adical-Sumpf und gruschelt unter seinem Pseudonym „Soerkenntmich Keiner“ in zwielichtigen StudiVZ-Gruppen wie „Frauen studieren nicht, Frauen malen aus und unterstreichen bunt“ oder „Schakke-line, komm wech von die Regale, du Arsch!“ hilf- und ahnungslosen Studentinnen hinterher.

Es war mir möglich, einen illegalen Konzert-Mitschnitt in die Hände zu bekommen, der beweist, mit welcher Dreistigkeit Johnny Haeusler und seine Gefolgschaft die Parolen in die Welt schreien. Die „Web Side Story“ kann hier als MP3 heruntergeladen und angehört werden. Ein Dokument des Grauens.

Dieser Skandal sucht in der Deutschen Bloglandschaft seinesgleichen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Qualitätsmedien wie die „Süddeutsche Zeitung“ das auf Lügen basierende Kartenhaus von Spreeblick zum Einsturz bringen.

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5 Antworten zu Spreeblick lügt

  1. gillyberlin schreibt:

    Verdammt! Ich verklage die Bande jetzt. Hab extra meinen MeinVZ Acc gelöscht. *Grummel* Naja, selbst die Bibel warnt vor falschen Götzen!

  2. Kittyluka schreibt:

    Großes Kino!

    (wieder einer dieser Einträge, denen man nichts zuzufügen weiß, weil sie so großartig sind und daher keinen Kommentar hinterlässt und der Autor denkt, er hätte totalen Scheiß verzapft… is nich so, is super ;))

  3. Ghost Dog schreibt:

    @gillyberlin: Lass uns massenklagen. Hat bei Schäuble ja auch fast funktioniert.

    @Kittyluka: (Hach, endlich mal versteht mich einer. Immer, wenn ich etwas schreibe, das ich toll finde, drücke ich stundenlang F5, aber keiner sagt mir in den Kommentaren, wie toll der Beitrag war. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass die Leute einfach nur zu faul sind, um mir zu huldigen)

  4. Pingback: Bloggertreffen in Berlin: RePublica « Raumzeit

  5. carasaysinger schreibt:

    Sehr kuhl. Ganz genau so isses / war es / wird’s wohl immer bleiben.
    Danke für diesen glasklaren Blick auf die splitternackten Realitäten.
    Ich bin sehr froh, hierher gefunden zu haben!

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