Dinge, die mich am Fußball stören #2

Die Transferperioden

Ein Spieler darf nur während einer von zwei vom zuständigen Verband pro Jahr festgelegten Perioden registriert werden. Ausnahmsweise kann ein Berufsspieler, dessen Vertrag vor dem Ende einer Registrierungsperiode abgelaufen ist, auch außerhalb der betreffenden Registrierungsperiode registriert werden.

[Quelle: Fifa-Reglement bezüglich Spielerstatus und Transfer von Spielern (pdf)]

Professionelle Fußballspieler dürfen nur zwischen Juni und August bzw. zwischen Januar und Februar ihren Arbeitsplatz wechseln.

Was soll das denn bitte? Alle reden davon, dass Fußballvereine zu großen Wirtschaftsunternehmen geworden sind. Warum werden die Arbeitnehmer dann nicht auch so behandelt? Warum darf ein Spieler, wenn er sich im September mit einem anderen Verein über einen Wechsel einigt – und sich darüberhinaus der abgebende und der neue Verein über die Ablösemodalitäten verständigen – erst im kommenden Transferfenster zum neuen Verein gehen? Es könnte doch problemlos bestimmt werden, dass der alte Vertrag zum 30.9. gekündigt wird und der neue am 1.10. beginnt.

Natürlich wäre es als einstellender Verein nicht klug, einen Spielervertrag nicht bis zum 30. Juni auszustellen, aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass es für mich reine Bürokratie ist, den Vereinen im Jahr nur zwei Transferfenster zur Verfügung zu stellen.

Man kann gern darüber reden, dass nach dem 28. Februar keine Transfers mehr getätigt werden dürfen, damit es keine Wettbewerbsverzerrung gibt, aber darüberhinaus muss das Wechseln des Vereins für alle frei und offen sein.

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4 Antworten zu Dinge, die mich am Fußball stören #2

  1. donvanone schreibt:

    Nenene, ich war schon ziemlich froh, dass es einen festen Termin gab, an dem klar war: Ab jetzt ist das Van der Vaart-Theater erstmal für ein halbes Jahr vorbei.
    Wenn da ständig jeder ankommen kann und mit anderen Vereinen rumbändelt, dann hat der Verein doch gar keine Planungssicherheit und die Konzentration der Spieler auf das Wesentliche (den Ball) geht auch Flöten.

  2. hermannw schreibt:

    Aus genau diesem Grund hat die FIFA diese Transferperioden eingeführt. Ich möchte kein Verhältnisse wie in den USA, wo kurz vor dem Saisonfinale noch mal ordentlich eingekauft wird. Wir haben nämlich ein Auf- und Abstiegssystem und auch keine „Draft-Picks“ zum tauschen. Von einer Regelung ohne Transferperiode würden wieder nur die großen Verien mit dem meisten Geld profitieren. So wie einer bei einem kleineren Verein wie Cottbus, ST. Pauli oder Braunschweig auf sich aufmerksam macht kommen Erna, der HSV oder Wolfsburg und kaufen den weg. Ist ja im Prinzip jetzt schon so, nur hat man die Spieler wenigstens noch bis zum Ende der Halbserie und die Chance sich nach Ersatz umzugucken.
    Ich erinnere Mal an das Weltpokalfinale 1997, als Belo Horizonte sich mit drei Weltklassespielern (u.a. Bebeto) verstärkte (FÜR EIN EINZIGES SPIEL!!!) und dann gerechter Weise von Dortmund besiegt wurde.

  3. Paul Niemeyer schreibt:

    „…von zwei vom zuständigen Verband pro Jahr festgelegten Perioden…“

    Ist es nicht so, dass im Verband auch die einzelnen Vereine organisiert sind? Ich schätze mal, die möchten den Spieleragenten die Möglichkeit nehmen, eine komplette Saison lang Verhandlungsdruck auszuüben.
    Kann mich auch irren.

  4. hirngabel schreibt:

    Also ich bin ja auch der Meinung, dass einige Sachen rund um den Fußball nerven, aber die Transferperioden finde ich doch sehr sinnvoll. Wenn wir wirklich ständig dieses Theater um Spielerwechsel, irgendwelche Treffen an irgendwelchen Flughäfen vor irgendwelchen wichtigen Spielen und so weiter hätten, dann würden wir bei DSF ja nie irgendwelche Fußballszenen sehen! (Und das tut man so schon selten genug zwischen den Hotelgutscheinwerbungen)
    Bei der derzeitigen Regelung gibt es zwar auch durchaus Verhandlungen außerhalb der Perioden – aber das wird wenigstens alles schön bedeckt gehalten und geht mir nicht in der Sportberichterstattung auf den Sack.
    Es reicht völlig wenn in der spielfreien Zeit in Winter- und Sommerpause damit die Zeitungen gefüllt werden, wenn es ohnehin nix sportliches zu berichten gibt.

    Und auch das was hermannw erwähnt: Das würde definitiv zu Lasten der kleinen Vereine gehen. Ein Sestak wäre doch jetzt schon längst nicht mehr bei Bochum sondern würde bei irgendeinem der Top5 auf der Bank sitzen. Und das fände ich sehr schade, wenn die Bochumer es schließlich schon wieder mal geschafft haben einen völlig unbekannten Spieler zu verpflichten, der einschlägt wie eine Granate.

    Diese Vereine haben doch schon genug damit zu kämpfen, wenn diese Spieler nach einer Saison schon wieder weg sind. Aber unter der Saison?

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