Dinge, die mich am Fußball stören #1

Auch wenn das hier kein Sportblog ist, wissen die regelmäßigen Leser unter Euch, dass ich gern und oft auch Sport- bzw. Fußballthemen hier bringe. Ich spiele selbst Fußball, war schon Fußballtrainer, schaue beinahe jedes Spiel im Fernsehen und gehe ab und zu auch mal ins Stadion.

Wie es in jeder guten Beziehung so ist, läuft zwischen mir und meinem Freund Fußball aber auch nicht alles perfekt. Speziell in den letzten Jahren gab es Neuerungen, die ich nicht gutheißen kann. Es gibt Dinge, die mich schon immer störten. Und es gibt Sachen, die müssen einfach mal raus.

In loser Reihenfolge möchte ich daher hier Dinge zur Diskussion stellen, die ich gern am Fußball ändern würde. Nicht alles ist unbedingt realistisch, aber bei vielen Dingen stehe ich bestimmt nicht allein da.

Auflaufprämien, Punktprämien, Torprämien

    Kommt es nur mir so vor, oder reicht es Fußballern heutzutage nicht mehr, drei Millionen Euro Netto im Jahr zu verdienen? Sie kriegen für jede Ballberührung, für jeden Pass, der zum Tor führt oder jeden erfolgreichen Einwurf Extrakohle. Aber genau diese Dinge sind ihr eigentlicher Job. Sie sollen Tore verhindern, Tore vorbereiten oder Tore schießen. Warum soll es dafür noch eine Extra-Belohnung geben? Meisterprämien und andere Zielerreichungsprämien kann ich zumindest noch nachvollziehen, aber auch ohne solche Verlockungen sollte doch jeder Fußballer motiviert genug sein, jedes Spiel zu gewinnen und möglichst hohe Ziele zu erreichen.

    Entweder sie machen den Job gern und rennen freiwillig dem Ball hinterher, um ein Tor zu erzielen, oder sie haben den falschen Beruf gewählt.

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    6 Antworten zu Dinge, die mich am Fußball stören #1

    1. CHESHiRE schreibt:

      Was mich stört – und dabei kann ich mit Fußball beileibe nichts anfangen – folgendes: Wenn eine Mannschaft ein paar Spiele in Folge verliert, dann trägt immer der Trainer die Schuld und muss dann schließlich auch seine Kiste nehmen und gehen. Dabei dachte ich immer, dass die Mannschaft spielt (also gut oder schlecht oder mittelprächtig) und der Trainer eigentlich keinen Einfluss auf das Spiel nimmt, weil er am Rand steht. Hab‘ ich da jetzt den falschen Eindruck gewonnen?!

    2. Eric schreibt:

      Ich glaube die Diskussion ist eine ähnliche wie die um Management-Gehälter. Es ist nunmal marktüblich weitere Prämien zu erhalten. Und als es bei den Schalkern kürzlich Zoff um den Vertrag um Mezut Özil (immerhin U19-Nationalspieler), da war ich schon erstaunt, wie „niedrig“ das Grundgehalt ist. Ein Milliönchen im Jahr kommt dann doch erst durch die Prämien zustande. Halte das auch für die Vereine gar nicht für sooo schlecht: Sie bezahlen halt den Spieler gut, der auch gute Leistung bringt. Ist aber sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Sympathisch finde ich auch Vereine wie Paderborn (ich glaube zumindest, dass es Paderborn war), die nur Spieler unter Vertrag nehmen, die keinen Berater haben…

    3. Paul schreibt:

      Ich kann CHESHiRE nur beipflichten: Wieso ist immer der Trainer schuld, wenn die Mannschaft mal verliert? Die Leute stehen doch aufm Platz…

      Und dann frage ich mich auch, mit welcher Berechtigung die ihre Millionen verdienen. Was macht deren „Arbeit“ so ertragreich, dass sie im Jahr wasweißichnicht für ein Gehalt bekommen? Dasselbe frag ich mich aber auch bei Managern.

    4. Paul Niemeyer schreibt:

      Ich bin dafür, dass Sportler das Geld verdienen, welches MIT IHNEN verdient wird. Und wenn ich sehe, was allein für die Fernsehrechte über den Tisch geht, darf sich keiner über bzw. unter den Tisch gezogen fühlen. Und 3 Millionen p. a. wird eigentlich nur beim FC Bayern (…und S04, Werder) verdient, bei denen sogar Andreas Ottl und Chr. Lell das 1-Million-Salär knacken (in der aktuellen Top10 der Spitzenverdiener im internationalen Fußball steht nur ein Deutscher – Ballack, der bekanntlich beim FC Chelsea spielt). Und ob man nach 10-15 Jahre Jugendarbeit noch davon sprechen kann, den falschen Beruf gewählt zu haben – i don’t know. Diesen Fall fände ich vielmehr tragisch und wünsche ich keinem Spieler.

      @CHESHiRE: Der Trainer ist nun mal der Kopf, nicht nur im Sinne von Taktik, Vorbereitung und Kommunikation. Eine Statistik, die bestimmen würde, wann welcher Spieler entlassen werden muss, fände ich verhängnisvoll.

      @Eric: Damit diskriminiert Paderborn alle Spieler, die einen Berater brauchen. Finde ich eher unsympathisch.

      @Paul: „Die Leute stehen doch aufm Platz…“ Jo, wer hat sie da hingestellt?

    5. Ghost Dog schreibt:

      @CHESHiRE: Die Spieler machen (im Idealfall) auf dem Platz genau das, was ihnen der Trainer mit auf den Weg gegeben hat. Wenn es dann für keine Erfolge reicht und der Trainer keine neuen Ideen hat, muss er mit den Konsequenzen leben, dass der Verein jemanden sucht, der neuen Schwung reinbringt.

      @Eric: Die Sache mit den Spielerberatern werde ich in einem späteren Beitrag nochmal ansprechen.

      @Paul: Natürlich ist nicht immer nur der Trainer schuld. Aber: Der Trainer hat vor der Saison (und mittendrin mit weniger Mitteln auch) die Möglichkeit, seinen Kader zusammenzusuchen. Er sucht sich also seine „Angestellten“ aus und ist dementsprechend auch für deren Output verantwortlich. Spielen die Spieler schlecht, hat er die Möglichkeit, andere Leute spielen zu lassen.
      Also ist es schon legitim, wenn am Ende der Coach für den Misserfolg verantwortlich gemacht wird.

      @Paul Niemeyer: Mir geht es nicht darum, dass ich irgendeinem der Spieler seine 3(2, 1, oder 10) Millionen nicht gönne. Profisportler verdienen zurecht so viel Geld. Mich stört nur extrem, dass es in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, für jedes Bisschen Extraprämien zu erhalten. Natürlich muss man da auch trennen zwischen Spielern mit einem großen Festgehalt und Spielern, die erfolgsabhängige Verträge haben. Ich würde aber lieber sehen, wenn es ähnlich wie in der NBA gestaffelte Löhne gibt, die mehr oder weniger erfolgsunabhängig sind, weil ich der Meinung bin, dass ein Fußballer aus seiner eigenen Motivation heraus Erfolg haben wollen muss und nicht erst durch monetäre Anreize dazu gebracht wird, unbedingt gewinnen zu wollen.
      Wenn solche Prämien nur dazu dienen, die Mehreinnahmen des Vereins auf diejenigen zu verteilen, die den Erfolg geholt haben, ist das was ganz anderes. Ich stehe also zum Beispiel voll dahinter, wenn die Nationalmannschaft möglichst hohen Anteil daran haben will, wenn der DFB durch gute Leistungen des Teams bei der EM höhere Umsätze/Gewinne einfährt. Ich fände es aber sehr unsympatisch, wenn z.B. Miro Klose eine Extraprämie für jedes geschossene Tor aushandeln würde.

    6. hermannw schreibt:

      Ihr betrachtet das Ganze immer anhand von Beispielen bei den Bayern oder Chelsea. Ein Shergo Biran verdient beim SV Babelsberg 150 Euronen und bekommt noch Geld vom Arbeitsamt „zugeschossen.“ Bei meinem geliebten besten 1. FC Union der Welt sind die Gehälter zwar etwas besser aber Millionen verdient da auch niemand. Da ist es durchaus legitim, wenn man einen Teil des Entgelds leistungsbezogen verpackt.
      Klar ist es für Michael Ballack egal, ob er z.B. 250.000 oder 280.000 im Monat verdient, aber bei anderen Spielern geht es um Motivation. Und damit sich die faulen Hunde bewegen, gibt’s halt ne ordentliche Punktprämie. Find ich eine gute Maßnahme im Sinne der Arbeitsmoral.

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