Aus der Reihe: Gesetze, die ich noch nicht kannte

Ich fuhr heute morgen ausnahmsweise mit der Straßenbahn zum S-Bahnhof. Das sind zwei Stationen. Kurz bevor die Bahn in die Station einfuhr, ging ich zur Tür. Ein paar Sekunden später stellt sich eine mittelalte Dame hinter mich. Da ich meine Kopfhörer aufhatte, konnte ich sie nicht hören und sie tippte mir auf die Schulter. Ich nahm einen Stöpsel aus dem Ohr.

Sie so: „Entschuldigung, können Sie mich durchlassen?“
Ich so: „Ich steige nächste Station aus.“
Sie so: „Ich auch, aber ich habe den Halteknopf gedrückt und bin vor Ihnen dran.“

An dieser Stelle warf ich ihr meinen schönsten „Watt-Erzählst-Du-Denn-Für-Nen-Scheiß“-Blick zu, drehte mich um und setzte den Stöpsel wieder ins Ohr.

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15 Antworten zu Aus der Reihe: Gesetze, die ich noch nicht kannte

  1. nolookpass schreibt:

    Es ist auch nicht erlaubt, sich Tote-Winkel-Spiegel aus dem Baumarkt in den Rückspiegel zu kleben, sagte neulich mein Autoreperateur. Wegen TÜV. Schon komisch, das.

    BTW: Bist du wirklich ausgestiegen? Richtige Gangster kriegen es fertig und bleiben frecherweise stehen.

  2. Kittyluka schreibt:

    Also das ist ja wirklich eine Frechheit.

    Wie kannst du dich erdreisten sie nicht vorzulassen, es ist doch allgemein bekannt, wer zuerst den Halteknopf drückt, darf auch als erster aussteigen… also wirklich, diese Jugend von heute!

    ;P

  3. hormuthsfrederic schreibt:

    Wenn Du nicht die Stöpsel im Ohr gehabt hättest, dann hättest Du bestimmt hören können, wie sie beim Knopf-Touchdown japsend „Erster!“ gerufen hat.

  4. Paul schreibt:

    Leute gibts…

  5. M@rtin schreibt:

    @nolookpass
    Da könnte sogar was Wahres dran sein. Zumindest der linke Außenspiegel ist Pflicht (wenn ich von Deutschland ausgehe). Wenn dieser mit irgendetwas beklebt wird, könnte tatsächlich jemand meckern. Nur, weil es diese „Tote-Winkel-Spiegelaufsetzer“ im Baumarkt gibt, heißt es noch lange nicht, dass diese auch im Straßenverkehr erlaubt sind😉 – klingt komisch, ist aber so. Hängt immer davon ab, wie was geprüft wurde bzw. ob.

    @Straßenbahnrowdie😀 *wegschmeiß* Der Blick… den kann ich mir seeeehr gut vorstellen😀

  6. abk schreibt:

    das ist „das gesetz der straße(nbahn)“ muhahaha

  7. Trainer Baade schreibt:

    Straßenbahn steht ja auch kurz für Straßenkünstlerbahn, welche uns immmer wieder mit neuen Aktionen überraschen.

  8. Ghost Dog schreibt:

    @nolookpass: Auf „einfach stehenbleiben“ hätte ich mal kommen sollen. Am besten dann nach dem Zurückbleibensignal schnell rausspringen und mit Handkuss verabschieden.

    @kittyluka: Ich wusste schon immer, dass meine Social Skills nicht die besten sind. Und jetzt breche ich auch noch den Straßenbahn-Knigge.

    @Frederic: Kann gut sein, dass sie nach dem Losfahren an der vorherigen Station ganz schnell gedrückt und mit einem triumphierenden Blick durch die Bahn geprüft hat, ob sie auch tatsächlich Erste gewesen ist.

    @Paul: Japp.

    @Martin: Ohne die Gesetze dazu zu kennen: An meinem alten Auto klebte am linken Aussenspiegel ein Toter-Winkel-Spiegel, der beim TÜV soweit ich weiß nie beanstandet wurde.
    Das erinnert mich auch daran, dass vor ein paar Jahren die dritten Bremslichter (meist an der Heckscheibe im Auto) noch gesetzlich verboten waren. Da gab es saftige Geldbußen. Ich weiß gar nicht, ob sie heute sogar Pflicht sind…

    @abk: Life in da streets it ain’t easy!

    @Trainer: Das war also eine Stand-Up-Performance einer dauergewellten Dame mit LIDL-Tüte?😉

  9. hirngabel schreibt:

    Hmm, bei uns gehen die Straßenbahntüren (meistens) auf, ohne das man drückt (was natürlich die Masse nicht daran hindert dennoch direkt nach losfahren von der vorangegangenen Station auf die Knöpfe zu hauen).

    Vermutlich um genau die Streitereien basierend auf diesem alten Gesetz zu verhindern. =)

  10. Scheff schreibt:

    Geile Story! Ich hab auch wieder eine:

    Den „Wat erzählst Du denn fürn Scheiß“-Blick hab ich gestern kassiert – auch in der Straßenbahn. Eine Tussie marschiert rein und erzählt am Handy original eine Story wie aus Brüller des Tages #81 ( https://ghostdog19.wordpress.com/2007/12/11/bruller-des-tages-81/ ) , aber in einer Lautstärke dass schon alle mit den Augen rollen und selbst Musikhören mit Kopfhörer nichts mehr bringt. Da meine ich zu Ihr in einer Gesprächspause, ob Sie nicht noch ein bißchen lauter reden könne, die Fahrgäste im nächsten Waggon möchten auch gern ihre Klasse-Story mithören. Tja, von Ihr kam der Blick, von meinen leidgeplagten Mitreisenden ein Schmunzeln für meine Aktion. Echt mal – muß man immer so laut in der Bahn telefonieren dass man allen „Mitgefangenen“ seien Story aufdrängt?

  11. M@rtin schreibt:

    @Scheff
    Man muss doch zeigen, dass man wichtig und megacool ist😉 – natürlich muss man da so laut sprechen

  12. Thrillhouse schreibt:

    Kacke. Bin ich jetzt uncool?
    Oder bin ich jetzt so uncool, dass ich wieder megacool bin?

  13. M@rtin schreibt:

    Letzteres😀 .

  14. hermannw schreibt:

    @Scheff: Genau Junge. Du bist auch so’n Typ der sich gern durch den ganzen Wagon anbrüllt. Kann ich mich noch dran erinnern. (Unbehagliches Schweigen is aber genau so schlimm.)

  15. Mr. Brightside schreibt:

    Shutguuuuuuuuun

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