Fußballnation Deutschland

Sechs deutsche Mannschaften waren in dieser Woche international aktiv. Drei Teams in der Champions League und drei Teams im UEFA-Pokal. Die Ausbeute:

2 Punkte. Vier Niederlagen und zwei Unentschieden.

Schalke 04 erreichte zu hause gegen den FC Chelsea London ein 0:0 und Bayern München spielte 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Werder Bremen, der VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und der 1.FC Nürnberg verloren allesamt hochverdient gegen durchweg schlagbare Gegner.

Zum Vergleich: Die beiden norwegischen Teams Rosenborg Trondheim (siegte in der Champions League 2:0 beim FC Valencia) und Brann Bergen (spielte 1:1 bei Stade Rennes) holten zusammen 4 Punkte.

Ich habe fünf der sechs Spiele live gesehen und es war teilweise erschreckend, welche grundlegenden Fehler in den Mannschaften gemacht wurden.

Schalke war von allen sechs Mannschaften noch die beste und hätte einen Sieg gegen den FC Chelsea verdient gehabt. Nur leider sind die Königsblauen durch die Bank weg zu blöd, ein Tor zu schießen. Und ich glaube selbst mit Kevin Kuranyi im Sturm hätte das Endergebnis nicht anders ausgesehen. Schalke braucht nun aus den beiden letzten Spielen gegen Rosenborg Trondheim und bem FC Valencia zwei Siege, um doch noch den zweiten Platz in der Gruppe B zu erreichen.

Werder Bremen hat in dieser Champions -League offenbar ein Motivationsproblem. Das einzige Spiel, bei dem die Bremer halbwegs ihre Stärke zeigen konnten, war die Niederlage bei Real Madrid. Das Heimspiel gegen Piräus (1:3) war in der zweiten Halbzeit unterirdisch, der 2:1-Heimsieg gegen Lazio Rom nicht durch die eigene Stärke begründet und die 1:2-Niederlage im Rom am Dienstag war an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Bremen muss nun gegen Real Madrid und bei Olympiakos Piräus gewinnen, um den zweiten Tabellenplatz noch aus eigener Kraft erreichen zu können. Da sich aber Diego mit einer selten dummen Aktion selbst für das Spiel gegen Real disqualifiziert hat, stehen die Chancen auf eine Leistungssteigerung bei Werder Bremen mehr als schlecht.

Der VfB Stuttgart sollte aufpassen, dass sie nicht zu tief in die Misere rutschen. Das 2:4 bei Olypmpique Lyon zeigte nämlich perfekt auf, woran es den Stuttgartern im Augenblick mangelt. Defensiv wäre der Begriff Hühnerhaufen eine Beleidigung für jeden gut organisierten Hühnerstall und offensiv findet das zentrale Mittelfeld einfach nicht statt. Wäre vorn nicht Mario Gomez, der aufgrund seiner individuellen Stärke noch für Tore sorgt, stände Stuttgart nicht nur ohne Punkte, sondern auch noch ohne Tore da. In einer Gruppe, in der mit den Glasgow Rangers und Lyon zwei europäische Mittelfeldteams mitspielen, hat es der VfB in nur vier Spielen geschafft, sich durch Dummheit, taktische Fehler und schlechtes Zweikampfverhalten komplett aus dem internationalen Geschäft zu verabschieden.

Aus den Reihen Bayern Münchens hört man gern mal, dass der UEFA-Cup der „Cup der Verlierer“ sei. Der eigene Anspruch liegt mindestens bei Champions-League-Halbfinale, was aber mit Leistungen wie in den letzten Spielen so unrealistisch wie ein Spiel ohne Inzaghi-Schwalbe bleibt. Im Spiel gegen die Bolton Wanderers schliefen sie am Anfang und am Ende, weil sie sich zu sicher waren, das Spiel mit anderthalb Füßen gewinnen zu können. Als dann Ottmar Hitzfeld nach dem 2:1 mit den Auswechslungen begann, legten die Bayern auf dem Platz die Beine hoch und kassierten zurecht noch den späten Ausgleich. Da sie aber im ersten Gruppenspiel glücklich auf dem Belgrader Kartoffelacker gewannen und die Gruppengegner sich gegenseitig die Punkte wegnehmen, stehen sie auf dem ersten Platz der Gruppe F und sind fast schon sicher für die nächste Runde qualifiziert. Was aber bei den aktuellen Leistungen auch schon alles sein kann.

Bayer Leverkusen hat es in der Gruppe E mit Gegnern auf Augenhöhe zu tun. Sparta Prag, Spartak Moskau und der FC Zürich sind keine Übermannschaften, jedoch braucht das Team von Michael Skibbe schon eine halbwegs ansprechende Leistung, um zählbare Erfolge zu erzielen. Nach zwei Spielen haben sie jetzt drei Punkte und haben mit den Spielen gegen Prag und in Zürich kein leichtes Restprogramm.

Fehlt noch der 1.FC Nürnberg, bei dem es am ehesten zu entschuldigen ist, wenn sie ihre überdurchschnittlichen Ergebnisse der vergangenen Saison nicht wiederholen können. Gegen den FC Everton waren sie motiviert und wollten gewinnen, zeigten aber über das gesamte Spiel Lücken in der Abwehr, die ein durchschnittlicher englischer Club dankend ausnutzt. Wollen die Nürnberger den dritten Platz in ihrer Gruppe noch erreiche, müssen aus den beiden Spielen bei Zenit St. Petersburg und gegen AZ Alkmaar mindestens vier Punkte her.

Der HSV, die vierte deutsche Mannschaft im UEFA-Pokal, war gestern spielfrei und belegt mit drei Punkten den zweiten Platz in der Gruppe D.

Geht es nach dem Anspruch der Liga und der im Europapokal aktiven Teams, dann haben alle deutschen Teams das Potential, zumindest die Gruppenphase zu überstehen. Besonderes Augenmerk liegt in dieser Saison auf den drei Champions-League-Teilnehmern, da dort seit langem mal nicht der FC Bayern die deutschen Fahnen hochhalten kann. Der deutsche Meister VfB Stuttgart liegt schon nach vier Spieltagen so weit zurück, dass sie keine Chance haben, den letzten Tabellenplatz noch zu verlassen. Und wenn Werder und Schalke nicht schnellstmöglich ihr Potential abrufen, beginnt das Champions-League-Jahr 2008 ohne deutsche Beteiligung.
Bayern München ist dazu verdammt, dieses Jahr erfolgreich im UEFA-Cup zu sein, denn der berechtigte Hohn und Spott bei einem frühzeitigen Ausscheiden würde massenhaft auf sie einprasseln. Langsam müssen sie aber beweisen, dass die atemberaubenden Spiele zu Beginn der Saison kein Strohfeuer waren und sie wieder in den alten Trott verfallen.

Arsenal 7:0, Liverpool 8:0, ManU 4:0 – hach – Engländer müsste man sein.

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