Das WWW und ich feiern achten Geburtstag

Heute vor acht Jahren habe ich das erste Mal das Internet betreten.

Nein, das Datum habe ich mir nicht notiert, aber ich wurde gerade an meine ersten Schritte im Internet erinnert, als ich mich bei GMX einloggen wollte, um meine Spammails zu löschen:

Vor acht Jahren war ich noch so ahnungslos, was Computer und Internet betrifft, dass ich meinen eigenen Mitarbeiter hatte, „der das Internet für mich bedient“. Er hat mir meine erste Emailadresse eingerichtet und mir gezeigt, dass der Spiegel auch eine Homepage hat. Mit ihm zusammen war ich an dem Abend auch in einem Chat, wo wir uns mit einem Jungen aus Kansas über Pick-Up-Trucks unterhalten haben.

Das Internet war damals eine Spielerei für mich, dessen Potential ich nicht mal im Ansatz erkannt habe. Heute, acht Jahre später, ärgere ich mich manchmal darüber. Dass ich nicht die Ideen hatte, die die Google-, Youtube- oder Myspace-Gründer hatten. Nun ist das zu spät. Es wird in Zukunft keine Anbieter wie die genannten mehr geben, die das Internetverhalten eines Großteils der Menschen beeinflussen. Im Idealfall kann man noch eine Nische bedienen.

Wenn ich die Zeichen der Zeit früh genug erkannt hätte, wäre ich vielleicht schon zwei, drei Jahre länger Blogger. Vielleicht hätte ich mit dem Wissen, dass es dieses Dings namens „Blog“ gibt, nicht den Umweg „erste eigene HTML-Homepage“ und „Internet-Forum“ genommen. Denn das Medium Blog ist der perfekte Ort für mich, mein komisches Zeug ins Internet zu schreiben.

Was wird heute in acht Jahren sein? Gibt es dann noch Emails? Werden Blogs dann die Weltherrschaft übernommen und die klassischen Medien verdrängt haben? Wird Bill Gates Open-Source-Software produzieren? Sind CDs dann abgeschafft und kann man Alben (sofern es sie dann noch gibt) nur noch online (und DRM-frei) kaufen? Werden Podcasts und Videoportale die Fernsehsender ersetzen? Werden die Rolling Stones ihre fünfundzwanzigste Abschiedstour nur noch online spielen? Werden wir uns den heißen Earl-Grey-Tee aus unserem eigenen Replikator holen?

Ich bin gespannt und hoffentlich mittendrin, wenn es losgeht.

Dieser Beitrag wurde unter Media, Music, Persönlich, TV, www, youtube veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Das WWW und ich feiern achten Geburtstag

  1. abk schreibt:

    „Es wird in Zukunft keine Anbieter wie die genannten mehr geben, die das Internetverhalten eines Großteils der Menschen beeinflussen.“

    das kannste knicken. es wird immer wieder „innovationen“ bzw. irgendnen neuen scheiss geben, der recht nüztlich oder unnützlich ist und der gleichzeitig ne menge leute anspricht.

  2. Robert schreibt:

    Glückwunsch!

  3. Ghost Dog schreibt:

    @abk: Also ich hab da ein paar Minuten drüber nachgedacht und bin auf nichts gekommen, dass nochmal so einen großen Einfluss haben könnte, wie es Facebook oder Youtube gerade haben. Ich wüsste nicht welche Internetinnovation noch kommen soll, die so viele Leute vom Hocker reisst, dass es als revolutionär zu bezeichnen ist.

    @Robert: Dann sag ich mal danke.

  4. Paul schreibt:

    Semantische Netze. Um nur mal eins zu nennen.

    Ich kam im Herbst 2004 ins Netz.

  5. Pingback: Wie lange sind wir schon ein Paar, dass WWW und ich? at Martin en Neukoelln

  6. Pingback: The next big thing in Internet | Wer ist eigentlich Paul?

  7. Robert schreibt:

    LOL!
    „Wird Bill Gates Open-Source-Software produzieren?“
    Hast Du getrunken?

  8. Kittyluka schreibt:

    „Es wird in Zukunft keine Anbieter wie die genannten mehr geben“

    Wie war das? „64kb Speicherplatz sind für jeden genug.“

    Der Fortschritt schreitet fort. Selbstverständlich wird da noch was kommen, ich weiß aber nicht was. Wenn ich das wüsste wäre ich wohl in spätestens 5 Jahren reicher als Bill Gates.

    Die Menschheit ist immer wieder in dem glauben, dass es nichts besseres mehr geben wird, dass das jetzt der höchste Stand der Technik ist. Denke an die Eisenbahn, an das Auto, an Handys, an die Roboter.

    Ich hab übrigens so eine Erinnerung nicht bekommen, dabei bin ich jetzt auch schon 8 Jahre dabei.:/

  9. Ghost Dog schreibt:

    Mensch, dann ist mein Horizont wirklich einfach zu eng, wenn mir jeder sagt, dass da noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

  10. Ghost Dog schreibt:

    “Es wird in Zukunft keine Anbieter wie die genannten mehr geben, die das Internetverhalten eines Großteils der Menschen beeinflussen.” -> Ich glaube meine These habe ich durch meine Lodhudelei bezüglich Twitter selbst widerlegt. Fällt mir gerade mal auf.

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