Alexa – aussen pfui, innen hui

Free Image Hosting at www.ImageShack.usFree Image Hosting at www.ImageShack.us Es ist kein schöner Anblick, der sich einem eröffnet, wenn er den Weg zum Alexa, dem neuen Kaufhaus am Berliner Alexanderplatz, einschlägt. Das Gebäude ist ein hässlicher Klotz ohne Fenster, der mit einer Farbmischung aus Lila und Rosa angemalt wurde. Von außen sieht das Haus aus, als hätte sich Klaus Wowereit seinen ganz persönlichen Darkroom direkt am Roten Rathaus gebaut. Ein schwul angemalter Riesenbaustein mit Sichtschutz.

Doch umdrehen geht nicht mehr, denn die Massen strömen unwiderstehlich in eine Richtung. Und … stellen sich an. Vor dem Haupteingang wurde mit Absperrgittern ein langer Gang gebaut, der verhindern soll, dass sich die Leute ungebremst in das Center prügeln. Und es funktioniert. Wie die Deutschen nun mal so sind, stellen sich alle brav hinten an der Schlange an und schlängeln sich Reihe für Reihe zum Eingang – rechts herum – links herum – rechts herum – usw. Am Rand des Geschehens stehen etwa zwei Free Image Hosting at www.ImageShack.us Fußballmannschaften Securitys herum und schauen sich das Ganze mit strengem Blick an. Die Menge der in schwarzen Anzügen gepressten Glatzen bringt einem unweigerlich auf die Idee, dass im Center gerade George W. Bush oder zumindest Osama Bin Laden eine Autogrammstunde machen. So viel Security hat noch nicht einmal Britney Spears um sich herum, wenn sie Schlüpfer kaufen geht.

Was dem anstehenden Volk nicht mitgeteilt wird, ist, dass es noch mindestens drei weitere Eingänge in das Einkaufscenter gibt, die überhaupt nicht benutzt werden. Während sich also vor dem Haupteingang eine gefühlt vierstellige Zahl Menschen drängelt, könnte man vor den leeren Eingängen einen Hubschrauber landen lassen, ohne dass es jemand mitbekommt.

Nach etwa 12 Richtungswechseln im Ganglabyrinth erreicht man den Eingangsbereich des Alexa. Und sobald man nicht mehr die Free Image Hosting at www.ImageShack.us hässliche Fassade, sondern das Innere des Centers sieht, ist es auf einmal richtig nett. Die Gänge sind breit und übersichtlich, es gibt viele Hinweisschilder, wo sich welche Geschäfte befinden, die Aufzüge und Rolltreppen sind ausgeschildert und die Tausenden von Menschen verlieren sich regelrecht auf den vier Etagen. Kaum Gedränge mehr, dafür freie Sicht auf eine klare Architektur und überraschenderweise auch Tageslicht, das durch das Glasdach hereinkommt.

Free Image Hosting at www.ImageShack.us Free Image Hosting at www.ImageShack.us Die Läden sind bunt gemischt, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Durch Schilder, die in den Gang hineinragen, kann man schon früh sehen, welche Geschäfte sich auf einem Gang befinden. Pflanzen und Sitzgelegenheiten in den Gängen sind genug vorhanden, so dass sich für kurze Pausen immer eine Gelegenheit bietet.

Die Shops scheinen viel Verkaufsfläche zur Verfügung zu haben, denn anders als in anderen Geschäften und Einkaufscentern kann man in jedem Geschäft (außer dem Media Markt) problemlos auch mit einem großen Kinderwagen manövrieren. Trotz der Massen an Kunden wirken die Läden aufgeräumt und die Mitarbeiter sind freundlich.

Der Media Markt ist die Hauptattraktion für die Besucher. Etwa die Hälfte scheint nur aufgrund der Eröffnung des Schweine-Discounters das Alexa aufzusuchen. Auf den vier Verkaufsetagen stapeln sich die Leute regelrecht und nehmen alles mit, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Mehrere Hundert Kunden standen an bis zu 40 Meter langen Schlangen an, um Call-Ya-Pakete zu kaufen. Auch groß im Rennen sind Laptops, Computerperipherie und Unterhaltungselektronik.

Free Image Hosting at www.ImageShack.usFree Image Hosting at www.ImageShack.us Es war schon positiv überraschend, dass sich unter der abstoßenden Hülle ein wirklich nettes Einkaufscenter verbirgt. Wenn die erste Aufregung um die Eröffnung erstmal vorbei ist, ist ein Besuch dort zu empfehlen.

(Die Fotos sind leider alle nicht so toll geworden, denn ich hatte zwar das Pfefferspray und den Kampfhund, leider aber nicht die Digitalkamera dabei. Und mein Telefon macht zwar okaye, aber keine herausragenden Bilder.)

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4 Antworten zu Alexa – aussen pfui, innen hui

  1. Paul schreibt:

    Jaja, das hab ich beim S-Bahn-Fahren gemerkt… Der eine Hintereingang geht zur Bahn raus und da wars leer, während sich vor dem zum Alex hin gelegenen Eingang die Menschen die Beine in den Bauch standen.

    Aber dann werd ich da mal auch reingucken, wenn ich wieder Geld hab.
    Hrhrhrhr.

  2. Mike schreibt:

    Also ich hab die Bilder von der Eröffung bei RTL gesehen und dachte mir wie kann man nur so bekloppt sein. Die sind da ja wie die Bescheuerten rein gestürmt als wenn es da Massenweise Ware kostenlos gibt. (Ja liebe Wessis es heißt kostenlos nicht umsonst) Also wenn ich da gewesen wär….das Geld dafür hätte ich anderswo untergebracht^^

  3. 4 mike schreibt:

    „Also wenn ich da gewesen wär….das Geld dafür hätte ich anderswo untergebracht^^“

    In Bemmen und Broilern, oder [edit: Kommentar wegen böser Worte und Beleidigungen gekürzt] ?

  4. manne schreibt:

    klasse aufnahme. auch wir waren drin. eine wahre kaufhausstadt. die shops sind allerdings meines erachtens richtig auf die politiker und botschafter ausgerichtet.
    unsere zeit, und ebenfalls sehr unser berlin, demonstrieren markant die soziale schere.

    viel erfolg weiterhin und freude bei deiner art von reportage
    lg
    manne

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