Reign Over Me – Die Liebe in mir


Charlie hat bei den Anschlägen des 11. September seine Frau, seine drei Töchter und den Pudel verloren. Sie saßen in einem der entführten Flugzeuge. Seit Jahren versucht er nun schon, die Erinnerungen zu unterdrücken und flüchtet sich in seine eigene Welt, in der es kaum etwas gibt, außer Musik, Videospiele und sein Schlagzeug. Sobald er die Wohnung verlässt, setzt er sich große Kopfhörer auf, um für sich allein zu sein. Mit seinem Scooter fährt er durch die Straßen von New York und lebt in den Tag hinein.
Alan (Don Cheadle) ist Zahnarzt und war zusammen mit Charlie auf dem College, wo beide Medizin studiert haben.

Kleinere Spoiler in den kommenden drei Absätzen:

Als Alan Charlie auf der Straße erkennt, spricht er ihn an und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase freunden sie sich neu an. Alan verbringt viel Zeit mit Charlie, weil er ihm über den Verlust seiner Familie helfen möchte, nutzt die Gelegenheit aber auch, um etwas Abstand von seiner eigenen Familie und seinem Job zu bekommen.

Charlie hat kein Interesse, sich helfen zu lassen und blockt lange alle Annäherungsversuche an seine Vergangenheit ab. Letztendlich stimmt er zu, sich bei Angela (Liv Tyler – ultralecker!) in psychologische Behandlung zu begeben. Nachdem er sich Alan anvertraut und ihm die ganze Geschichte um das Unglück erzahlt hat, fällt er in ein Loch und bedroht auf offener Straße einen Taxifahrer mit einer Pistole, in der Hoffnung, die Polizisten würden ihn erschießen.

Die Anklage wird fallengelassen, aber die Staatsanwaltschaft fordert, Charlie für ein Jahr in eine geschlossene Anstalt einweisen zu lassen, um sein Trauma zu behandeln. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, in der der Richter (Donald Sutherland) die Entscheidung, ob Charlie wirklich eingewiesen wird, den Eltern seiner verstorbenen Frau, und gleichzeitig die letzten lebenden Verwandten, überlässt.

Spoilerpart Ende!

Ich möchte nicht so weit gehen und einen Oscar für Adam Sandler fordern, aber was er in der Rolle des Charlie Fineman da auf die Leinwand spielt, hat mich sehr beeindruckt. Ab und zu kommen die für Sandler typischen Gesten und Witze durch, aber die Intensität, mit der er die Unnahbarkeit, die Verletzlichkeit und den Schmerz gespielt hat, war in meinen Augen überragend. Auch Don Cheadle geht in seiner Rolle als Alan auf. Regisseur Mike Binder (der sich selbst eine ziemlich uninspirierte Nebenrolle im Film verpasst hat) hat vor allem bei den Kamerafahrten durch New York und den Nahaufnahmen bei den Dialogen gute Arbeit geleistet. Wenn ich hier öfter Filme bewerten würde, dann bekäme „Die Liebe in mir“ in meiner Wertung siebeneinhalb bis acht von zehn Filmrollen.

Zum Glück habe ich erst heute Morgen die zahlreichen Kritiken zum Film gelesen, die teilweise weitaus negativer ausfallen, als ich es persönlich erlebt habe. So konnte ich aber unbelasteter in den Film gehen und habe es absolut nicht bereut.

Achso. Noch etwas. Ich fordere hiermit den Regisseur, der irgendwann mal eine Biografie von Bob Dylan dreht, auf, niemanden anders als Adam Sandler die Rolle von Bob zu geben. Nie. Man. Den.

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2 Antworten zu Reign Over Me – Die Liebe in mir

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