Ich bin für ein absolutes Rauchverbot

In Deutschland rauchen 25 Prozent aller Erwachsenen regelmäßig, weitere 4 Prozent bezeichnen sich als Gelegenheitsraucher. […] In Deutschland sind insgesamt 76,5 Prozent der Bevölkerung Nichtraucher, wobei Säuglinge und Kleinkinder mit eingerechnet sind.

[Quelle]

Raucher sind eine Minderheit. Trotzdem ist es ihnen in Deutschland weitestgehend erlaubt, die „restlichen“ drei Viertel der Bevölkerung durch das Nikotin und den Qualm legal zu belästigen und gesundheitlich zu schädigen.

Ich gehöre zur Sorte Mensch, die gern und regelmäßig atmet. Das geht in verrauchten Lokalen kaum. Ich mag es auch, einen unvernebelten Blick auf die Leinwand zu haben, wenn ich in einer Fußballkneipe sitze. Und ich hasse es, dass meine Klamotten nach einem Kneipenbesuch stinken, als ob ich sie durch einen Aschenbecher gezogen hätte.

Die Zigarettenlobby hat großen Einfluss auf die deutschen Politiker. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass es hierzulande so eine langwierige Hängepartie ist, endlich das absolute Rauchverbot in Gebäuden mit Publikumsverkehr zu etablieren. Bund und Länder haben lediglich verkündet, dass in Gaststätten nicht mehr geraucht werden darf. Und das nicht ohne Ausnahmen, denn einzelne Länder wollen Ausnahmeregeln schaffen und Kneipen ohne abtrennbaren Raucherraum erlauben, weiterhin das Rauchen zu erlauben.

Dabei wäre es so einfach: Man verbietet das Rauchen total und wer rauchen will, der geht einfach an die frische Luft. Mir kann niemand erklären, dass dadurch Kundschaft verloren geht und Umsätze einbrechen. Ganz im Gegenteil: Ich zum Beispiel würde dann vielleicht wieder öfter mal in eine Kneipe gehen und dort bei einem Frischgezapften Fußball gucken oder mit dem Ad-mini in ein Café gehen und dort etwas essen.

Ich bin kein militanter Nichtraucher und sehr tolerant, was das Rauchen angeht. Und zum Glück habe ich Raucher-Freunde, die rücksichtsvoll sind und Verständnis haben, wenn ich als Nichtraucher ungern im Ruß sitze. Aber allein in den letzten Tagen und Wochen sind mir jede Menge intolerante Menschen begegnet, die keinen Skrupel haben, mit einer Zigarette im Mund das eigene Baby zu füttern oder in einem Café zu sitzen und eine Zigarette nach der anderen zu rauchen, während am Nebentisch Kinder essen.

Und weil ich nicht die Gesundheit des Ad-minis riskieren will, gehe ich so gut wie nie mit ihm in ein Restaurant oder Café.  Ich werde in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt, weil es deutsche Politiker nicht hinbekommen, ein Gesetz zugunsten von 60 Millionen Deutschen zu beschließen.

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31 Antworten zu Ich bin für ein absolutes Rauchverbot

  1. Robert schreibt:

    Amen!
    Mir wird immer vorgeworfen, dass ich ja selbst mal geraucht habe und nun absolut intollerant bin, nur weil ich plötzlich Kinder habe.
    Es ist unfassbar, dass ich mich sogar verteidigen muss. Früher war ich auch für freiwillige Selbstbeschränkung, aber das funktioniert ja offensichtlich nicht.
    Also her mit dem Verbot!

  2. Ghost Dog schreibt:

    Raucher argumentieren gern mit „Wenn es Dich stört, dann geh doch einfach woanders hin.“ Das bringt mich zur Weissglut.

    Wenn ich etwas tue, das andere um mich herum nicht wollen (und die zu allem Übel davon noch krank werden), dann bin ich verdammt nochmal so rücksichtsvoll und belästige niemanden. Das ist doch wohl das Mindeste, was man verlangen kann.

  3. Robert schreibt:

    Anfangs dachte ich noch naiv, dass sich das über steigende Preise löst.
    Leider ist es aber so, dass viele Politiker rauchen, denen ist der Preis meiste relativ egal.
    Da diese VÖÖÖGEL am Arbeitsplatz weiter paffen wollen, werden einfach entsprechende Gesetze im Keim erstickt.

  4. massenpublikum schreibt:

    Ich verstehe das auch nicht. Sollen die Leute doch rauchen – nur eben nicht dort, wo sie Andere damit stören. Ich wäre dafür, den Preis für Zigaretten auf über 6 Euro anzuheben – ohne Ausnahmen. Damit Jugendliche länger geschützt werden und später hoffentlich genug Grips haben, um gar nicht erst anzufangen.

  5. Ghost Dog schreibt:

    Es lesen hier doch bestimmt auch Raucher mit. Traut Euch! Sagt uns Eure Meinung! Was haltet Ihr vom absoluten Rauchverbot? Würde ein Preis von 6 Euro pro Schachtel dazu beitragen, dass Ihr aufhört?

  6. Bridget schreibt:

    Du sprichst mir aus der Seele.

    Zur Zeit werden einem Debatten über gesünder Leben, bewußte Ernährung, Sport als Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten, zu dicke Kinder, schlechte Bildung, CO2 und Umweltsünden und und und nur so um die Ohren gehauen. Gut wir nehmen mal an, wir essen nur noch Vollkornbrot und Salat, trinken täglich 3 Liter Wasser und treiben 5mal die Woche Sport. Kein Alkohol, kein Kaffee, keine Schokolade.Kein Auto, nur noch Fahrrad. Jedoch Nikotin und Teer werden weiterhin in Luft geblasen, egal ob am Nachbartisch im Restaurant oder beim Vorbeigehen auf der Straße oder auf der Parkbank oder in der Bierrunde oder im Treppenhaus der Uni oder oder oder. Überall werden wir weiterhin mit Zigarettenqualm konfrontiert. Trotz allem gesunden Leben, letztendlich braucht man doch ne teure Chemotherapie oder krepiert an Lungenkrebs. Und alles nur weil die Politiker keinen Arsch in der Hose haben und Raucher chronisch Selbstsüchtig und uneinsichtig sind. Für mich ergeben die Umwelt-Gesundheits-Bildungsdebatten keinen Sinn. Alles nur scheinheilig.

  7. Martin schreibt:

    Ich finde es einfach sowas von lächerlich wenn sich deutsche Gastronomen (insbesondere Kneipenwirte) doch ernsthaft hinstellen und über ausbleibende Kunden, zunehmende Pleiten und Gäste „die immer weniger Geld haben“ heulen, und gleichzeitig nicht daran interessiert sind 70% der Bevölkerung anzusprechen. Nein, lieber geht man sang und klanglos mit den paar übriggebliebenen rauchenden Stammgäste unter… Nur weil man so verbohrt ist und sich nicht bewegen will.

    Ich habe in der Praxis die Erfahrung gemacht das Raucher durchaus weniger konsumieren: meist hängen die nur an einem Kaffee, paffen dafür aber was das Zeug hält, und besetzen dadurch sogar noch länger die Plätze.

    Ich hätte des öfteren in einem Lokal oder Abends in der Kneipe nochmal nen Burger vertilgt, bei dem Qualm lässt man das natürlich, geht früher, oder überlegt sich zweimal ob man allen ernstes seine Klamotten dann schon wieder waschen muss.

    Das schlimme daran ist dass das fehlende Rauchverbot nicht nur die Nichtraucher geschädigt hat: Nein, auch die Raucher (die meisten von ihnen rauchen ja nur weil sie es können und ständig Ascher vor die Nase gesetzt bekommen), diejenigen Raucher die aufhören wollen, und die ganzen Wirte die Tausende für irgendwelche dämlichen Lüftungen ausgegeben haben, und dann zusätzlich auch noch die Energiekosten dafür zahlen müssen.

    Die Hotelkette Mariott, die in den USA jetzt ein Rauchverbot in allen Hotels verhängt hat, hat berichtet das die Energiekosten dort um 30% gesunken sind, weil die Lüftungen nicht mehr ständig ansein müssen – und da heulen uns die Dt. Hoteliers doch tatsächlich die Hucke voll das sie überall knapsen müssen.

    Es ist doch einfach Schwachsinnig wenn man einfach nur einen Kaffee trinken möchte und wegen EINES RAUCHERS alle mitqualmen müssen; und dann beschweren sich die alteingesessenen Cafès (die Ketten sind ja mittlerweile rauchfrei) auch noch über die Nichtraucher die den Rauch in den Cafès nicht tolerieren.

    Es sollte sich jeder Wirt mal überlegen der 90% rauchende Gäste hat:

    75% der Bevölkerung raucht nicht
    25% der Bevölkerung raucht

    wenn ich dann in meinem Lokal 90% Raucher hab, erreiche ich zwar 90% von 25%, aber nur 10% von 75%. Und dann wundert man sich das man die Preise senken muss weil die Biertrinker morgens um halb10 schon saufen wollen aber nicht genügend Knete dafür haben, und dass das dann für den Betrieb des Lokal sich nicht mehr rechnet.

  8. Frida schreibt:

    mal gleich zu anfang: raucher stehen auch nicht zwangsläufig drauf, rauch in der nase zu haben. passivrauchen ist einfach ansich nichts geiles.

    als raucher muss ich mich aber entschieden gegen noch ein paar dinge wehren:

    ich habe noch niemals nicht zu einem nichtraucher gesagt, er solle doch weggehen, wenn’s ihn stört. solche kommentare scheren alle raucher über einen kamm, und davon fühle ich mich angegriffen. ich kann nichts für rücksichtslose raucher. das sind in der regel rücksichtslose menschen, das kommt ja nicht vom rauchen. ich selbst halte mich für sehr rücksichtsvoll, beim rauchen selbst in meinen eigenen vier wänden.
    ganz ehrlich – der tonfall hier missfällt mir ein wenig. das geht auch anders. warum werden beim rauchen immer alle so emotional?

    ich bin nicht gegen ein rauchverbot. ich halte das für die einzige lösung, wenn denn dann unbedingt eine her muss (ich sehe die argumente ein, von mir aus gerne). eine meiner favorisierten kneipen in köln hat kürzlich eine nichtraucherzone eingeführt – also in einem teil wird einfach nicht mehr geraucht. das ist gut zum essen – find ich prima. hat nur zwei schwachstellen – der rauch zieht trotzdem rüber und nach 21.00 uhr ist dieser teil des ladens völlig leer und der rest übervoll. selbst die nichtraucher unter meinen freunden (es werden übrigens immer mehr) ziehenes vor, im rauchereck zu sitzen, warum auch immer.

    die preiserhöhung wirkt im übrigen. die meisten, die ich kenne, hören gerade auf oder schränken sich deutlich ein. wegen der preise. geht mir auch so. könnte also unter umständen wirklich funktionieren, die preise noch weiter nach oben zu treiben.

    und noch etwas: (ich glaube ich würde das gleiche sagen, wenn ich ncihtraucher wäre, ich rauche nämlich nur ca 2 – 3 zigaretten am tag) ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal zugequalmt wurde. auf der straße nicht. im park nicht. auf der arbeit nicht (es gibt noch firmen ohne rauchverbot?!). in geschlossenen räumen wirklich nur in der kneipe. wo wird man heute bitte noch zugequalmt? mich würde es auch stören, obwohl ich raucher bin. wenn es denn so wäre.

  9. Ghost Dog schreibt:

    @frida: Ich habe ausdrücklich nicht alle Raucher über einen Kamm geschert, aber ich habe wirklich schon von rücksichtslosen Rauchern gehört, dass ich doch einfach weggehen kann, wenn es mich stört.

    Auf der Straße oder im Park stört es mich zwar auch ab und zu, aber das ist dann wirklich mein Problem und die Raucher können kaum etwas dafür.

    Wenn ich aber zum Beispiel ins Bürgeramt gehe, öffne die Tür zu den Sachbearbeitern und finde den Schreibtisch kaum, so neblig ist es, dann hört das Verständnis auf. Es gibt nämlich noch kein allgemeines Rauchverbot in diesen und ähnlichen Ämtern.

    Ich war letztens auch mal in einem Restaurant mit Nichtraucherecke, aber das ist einfach nicht effektiv genug, weil der Rauch bis dahin zieht (wie Du schon sagtest). Und wenn Deine Freunde freiwillig zu den Rauchern gehen (so wie ich es auch hin und wieder tue), dann ist das doch kein Ding. Nur wäre es für alle besser, wenn sie dann einfach vor die Tür gehen.

    Ich möchte hier keine Hassdiskussion haben, wo Raucher verteufelt werden. Es ist mir nur wichtig, dass ich es absolut nicht verstehen kann, wie man als Politiker an drei Vierteln der Bevölkerung vorbeientscheiden kann bzw. als Betreiber eines Lokals mit der Argumentation durchkommt, dass die Umsätze einbrechen, wenn das Rauchen verboten wird.

    Norwegen war in dieser Hinsicht der Himmel auf Erden. Ich war in einer Sportbar, habe leckeres Essen gegessen, konnte die Leinwand sehen, habe danach nicht gestunken und der Laden war trotz absolutem Rauchverbot knackevoll und es war sehr gesellig. Und draußen vor der Tür gab es eine Zweitrunde mit den Rauchern, die sich die Klinke in die Hand gaben.

  10. massenpublikum schreibt:

    Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass der Bund von der Tabaksteuer massiv profitiert. Das wird einer der Gründe sein, warum ein generelles Rauchverbot noch in weiter Ferne liegt.

    Trotzdem denke ich, dass es kommen wird. In zehn oder fünfzehn Jahren werden nur noch Wenige rauchen, und irgendwie ist das auch ganz gut so.

  11. Kittyluka schreibt:

    Ja ja, die bösen bösen Raucher mal wieder. Da es eine längere Antwort ist, hier:
    http://www.kittyluka.de/index.php?/archives/882-Sympathieprobleme.html

  12. martin schreibt:

    Guckt euch doch mal Italien an, dort wurden in den Lokalen nur 4% Rauchbereiche nachgefragt und eingerichtet, selbst die Raucher sitzen lieber gemeinsam rauchfrei mit den Nichtrauchern!

  13. Ghost Dog schreibt:

    Ich weiß jetzt gar nicht wo ich antworten soll, aber ich belasse die Diskussion mal hier.

    Du hast die Grundkritik meines Beitrags falsch verstanden. Ich verdamme nicht die Raucher, die nur das machen, was ihnen erlaubt ist, sondern ich verdamme die Politiker, die nicht das verbieten, was offensichtlich schlecht ist.

    Ich will auch noch mal zum allerletzten Mal darauf hinweisen, dass ich mit keinem Wort alle Raucher über einen Kamm geschert und behauptet habe, sie seien rücksichtslos. Das sind Ausnahmen, die aber umso schwerer wiegen, weil sie mir im Gedächtnis und meinem Kind in den Lungen haften bleiben.

    Das kann ich nur jedem Nichtraucher raten, der sich so extrem von Rauch gestört fühl. umdrehen und gehen und uns nicht ständig in den Ohren liegen, wir würden seine Gesundheit gefährden, denn dafür ist ja wohl jeder selbst verantwortlich

    Nein, nein, nein. Genau das ist die Einstellung, die ich nicht akzeptieren kann. Ich bin gezwungen, meine persönliche Freiheit einzuschränken, weil Leute, die meine Gesundheit gefährden, den Platz für sich in Anspruch nehmen?!
    Das ist so, als würden Autofahrer in Zukunft beim Abbiegen gar nicht mehr in den Rückspiegel schauen und – nachdem sie einen Radfahrer überfahren haben – sagen :“Tut mir leid, aber ich war zuerst hier. Wenn Du ungestört radeln willst, zieh doch aufs Dorf.“

    Und ein totales Rauchverbot unterstütze ich nicht, solange es kein absolutes Alkoholverbot gibt.

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Mich nerven Besoffene auch, wenn sie blöd rumquatschen oder mich anpöbeln. Ich bekomme durch ihren Atem aber keinen Lungenkrebs. Ich stimme Dir gern zu, dass wir die Null-Promille-Grenze beim Autofahren brauchen. Und ich kann mein Leben auch prima ohne Alkohol leben, aber Schnaps tötet primär erstmal nur Deine eigenen Gehirnzellen und bisher konnte mir niemand nachweisen, dass Passivtrinken meine Gesundheit gefährdet.

    Aber sei dir gesagt, wenn du Rücksicht von Rauchern verlangst für dich und dein Kind, dann nimm du auch Rücksicht auf andere Menschen, jeden Tag.

    Du ahnst gar nicht, wie rücksichtsvoll ich bin. Ohne Scheiß. Ich entschuldige mich sogar bei Leuten, an denen ich auf dem Bürgersteig mit dem Kinderwagen vorbeilaufe, wenn ich sie kurz stören muss.
    Aber nochmal: Du vergleichst zwei völlig verschiedene Sachen. Wenn mir eine dicke Mutti auf dem Fußweg die Einkaufstasche in die Kniekehle rammt, weil sie keine Rücksicht auf andere nimmt, ist das scheiße, aber ich sterbe davon nicht.

  14. martin schreibt:

    Kitty sagt:

    „Aha… Also ehrlich gesagt fühle ich mich sehr gestört, wenn ich ruhig und friedlich in einem Lokal sitze und auf einmal ein Nichtraucher ankommt und mich belabert wie unverantwortlich ich wäre.“

    Und genau deswegen brauchen wir ein Gesetz, weil einige immer noch nicht verstanden haben dass der Rauch eben nicht in ihren eigenen Lungen bleibt

  15. martin schreibt:

    Jeder NR müsste mal ständig mit seinem Lieblingsduft ständig in Lokalen rumsprühen – da möchte ich mal sehen wie lange die Raucher „tolerant bleiben“. Wobei der Duft noch nichtmal schadet, aber ich bin Sicher daß 90 von 100 Raucher ausfällig werden und den NR fragen warum er den so penetrant mit Duft rumsprühe.

  16. Kittyluka schreibt:

    „aber ich bin Sicher daß 90 von 100 Raucher ausfällig werden“

    Nur die Raucher? Meinste nicht auch Nichtraucher sind davon gestört? (aber das nur am Rande)

    Ich überlege, ob ich die Diskussion hier einfach mal verlasse oder nicht… Aber ich bin eben eine Frau und kann nicht anders.

    „Ich bin gezwungen, meine persönliche Freiheit einzuschränken, weil Leute, die meine Gesundheit gefährden, den Platz für sich in Anspruch nehmen?!“

    Das stimmt nicht ganz. Es gibt mittlerweile überall Raucherbereiche wir nehmen uns den Platz also nicht, er wird uns zugewiesen und wenn es erstmal das totale Rauchverbot (das mich gerade total an „wollt ihr den totalen Krieg“ erinnert) kommt, dann sind die Raucher diejenigen, die sich komplett umgewöhnen und neu einstellen müssen. Gegen ein Rauchverbot in Restaurants, Bars, Kneipen, und sonstigen habe ich nichts. Was mich stört ist das geplante Rauchverbot auf offener Straße und ich will auf meine Zigarette an der Bushaltestelle einfach nicht verzichten müssen.

    Nur weil (und hier kommt der Denkfehler vieler Raucher) die Nichtraucher sich darüber aufregen. Ihr seid also an allem schuld. Plädoyer beendet 😉

  17. massenpublikum schreibt:

    Ich bleibe bei meinem Vorschlag und erhöhe. Preise für Zigaretten rauf auf 15 Euro pro Packung, sollen die Raucher dafür überall qualmen – wer es sich dann noch leisten kann.

  18. Ghost Dog schreibt:

    Rauchverbot auf offener Straße? Das fordere ich nicht und davon hab ich auch noch nie was gehört.

    Manchmal glaube ich Ihr lest meine Texte nicht richtig, denn ich muss mich schon wieder wiederholen:

    Auf der Straße oder im Park stört es mich zwar auch ab und zu, aber das ist dann wirklich mein Problem und die Raucher können kaum etwas dafür.

    Wenn jemand auf der Straße vor mir läuft und raucht, dann kann er nichts dafür, dass ich den Rauch abbekomme. Das ist dann mein Problem, ob und wie ich mich damit abfinde.

    Die Raucherbereiche, die Du meinst, sind von Firmen oder Lokalen von sich aus eingerichtet worden, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben, soweit ich weiss. Auch auf Bahnhöfen ist das Rauchverbot doch primär von den Verkehrsbetrieben eingerichtet worden. Verbessert mich, wenn ich falsch liege.

  19. Kittyluka schreibt:

    Mh, ich bin mir fast sicher, dass Raucherbereiche in öffentlichen Einrichtungen (Bahnhöfe, Ämter, meine Firma *heul*) vorgeschrieben sind.

    Genauso wie der Nichtraucherschutz an Arbeitsplätzen eingehalten werden muss usw.

    Das Rauchverbot auf offener Straße wurde bereits mehrfach diskutiert, ob es nicht vielleicht doch in das Gesetz mit eingebunden werden sollte.

    UND (eins noch), die Zigaretten teurer machen ist zwar nicht doof gedacht, hat aber glaube ich keinen Effekt, da Polen, Tschechien usw zu nah dran sind, auch wenn ich natürlich protestieren würde, wenn eine Schachtel 15 Euro kostet (das kostet eine ganze Stange derzeit noch nicht mal in Polen).

    Wie dem auch sei. Der Verbraucherschutz hat wohl etwas gegen das Rauchverbot (von den Rauchern mal ganz abgesehen) aber es wird kommen, irgendwann, wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes, die Politiker müssen sich nur erstmal entscheiden, wie sie die Tabaksteuer (zweitgrößte einnnahmequelle vom Bund, was Steuern anbelangt) ersetzen wollen. Und wenns die Mehrwertsteuer ist, und da hat denn keiner mehr was von.

  20. martin schreibt:

    Das Tabaksteuerargument ist hinfällig, da ja kein Raucher mit dem rauchen aufhört, sondern einfach mal ab und zu draussen raucht.

    Und wie „vorgeschrieben“ Raucherbereiche aussehen, wissen wir alle: d.h. dann in der Praxis das entweder überall das rauchen erlaubt ist, und es einen Nichtraucherraum gibt, das der Raucherbereich 50cm neben demNR-Bereich anfängt, oder das Raucherbereiche so freizügig gestaltet ist das auch alle NR davon etwas abbekommen.

    @massenpublikum:
    Mein Vorschlag: Zigaretten können meinetwegen 1 Euro kosten pro Schachtel wenn dafür drinnen nicht geraucht werden darf.

  21. Kittyluka schreibt:

    Ich glaube schon, dass viele Raucher weniger rauchen würden, oder gar ganz aufhören, wenn sie draußen stehen müssen (im winter) und die Nichtraucher sich drinnen in aller ruhe amüsieren…

  22. Ghost Dog schreibt:

    Das glaube ich nicht. Sucht hört doch nicht einfach auf, nur weil man 10 Meter weiterlaufen und eine Jacke anziehen muss.

    Man stelle sich nur mal das Ganze umgekehrt vor: Die Nichtraucher gehen alle halbe Stunde an die frische Luft, weil sie mal wieder frei atmen wollen und die Raucher amüsieren sich drinnen.

  23. frida schreibt:

    Das glaub mal ruhig der kittyluka. Das gilt vielleicht nicht für die Hardcore-drei-Schachteln-am-Tag-Raucher, aber für den Rest vielleicht schon. Sucht hört nicht unbedingt deswegen auf, aber gegens Rauchen kann man sich ja gottseidank auch noch mit dem Kopf entscheiden. Es gibt genug Raucher, die nur in gemütlicher Runde viel rauchen (hallo zusammen, ich bin Frida) und dann einfach keine Lust mehr hätten.

    Persönliche Erfahrung: Als ich noch in Berlin war, in meiner eigenen Wohnung und Studentendasein und Studentenjob und Sutedentenleben, hab ich eine Schachtel am Tag geraucht. Es sei denn, ich bin abends weggegangen. Dann mehr. Deutlich mehr.
    Als ich aus Berlin weg bin, durfte ich im Haus meiner Mutter nicht rauchen (und im Winter ist das mal wirklich unangenehm draußen, es macht einfach keinen Spaß), auf Arbeit durfte ich nicht rauchen (was ich absolut befürworte) und Geld hatte ich eh keins und Zigaretten sind teuer. Zack! war ich bei einer Schachtel in der Woche, oft sogar noch weniger. Von jetzt auf gleich. Also glaube ich sehr wohl, dass Rauchverbot und Preissteigerungen den Zigarettenkonsum mindern können.

  24. Ghost Dog schreibt:

    Cool. Dann kann man Euch also durch Repressalien disziplinieren, auch wenn Ihr es eigentlich gar nicht wollt. 😉 Da haben wir alle was davon.

  25. Ghost Dog schreibt:

    Ich muss das nochmal aufwärmen. Denn die Bahn hat endlich mal was Gutes getan und das Rauchen komplett verboten.

    In allen Zügen der Bahn gelte ab 1. September „Rauchen verboten“. Nahverkehrszüge sollen bereits ab 1. Juli rauchfrei sein.

    Und das Rauchen auf Bahnhöfen war wirklich nicht gesetzlich, sondern nur von den Betreibern aus eingeschränkt:

    Die Bahn hatten in den letzten Jahren zunächst das Rauchen auf Bahnhöfen erheblich eingeschränkt.

    Das ist ein harter Schlag für Raucher, die mit dem Fernzug über mehrere Hundert Kilometer fahren müssen.

    [Quelle]

  26. Robert schreibt:

    Ich bin eigentlich ein Verfechter des absoluten Rauchverbots, aber Rauchverbot auf Bahnhöfen (S- oder U-Bahn inkl.) kann ich echt nicht nachvollziehen.
    Rauchverbot in der Bahn hingegen kann in der Tat hart werden…Berlin-München +2h Verspätung…und dann keine Fluppe – krasse Sache (aber Nachvollziehbar).

  27. Ghost Dog schreibt:

    Auf offenen Bahnhöfen ist es nicht so sinnvoll wie auf geschlossenen. Aber wenn man erstmal anfängt Ausnahmen zu machen, dann wird doch gleich wieder ein Büro voller deutscher Paragraphen draus. Dann lieber eine einheitliche Regelung für alle Bahnhöfe.

  28. Paul schreibt:

    Find die Regelung der Bahn wirklich begrüßenswert. Dann sollen die Raucher halt Nikotinpflaster mitnehmen oder sonstwas, ist ja schlimm…

    Ansonsten hast schon recht, es muss eine Regelung für alles gelten, weil das sonst wieder in Verzettelei ausarbeitet.

    Btw, schöner Eintrag. Wollt früher schonmal direkt zustimmen, aber habs dann gelassen…

    Das Rauchverbot funktioniert übrigens in Schottland (hab ich neulich im Spiegel gelesen) ausgezeichnet, die Gastronomen haben keine Einbußen, da in die nun rauchfreien Kneipen, Pubs und Bars verstärkt Menschen kommen, die früher nicht kamen. Unter anderem auch viele Familien mit Kindern.
    Und die Tabakindustrie hat auch kaum Einnahmeeinbußen hinnehmen müssen.

    Von Schottland lernen, heißt rauchfrei lernen^^

  29. Steiner schreibt:

    Ich bestimme selbst, ob ich rauchen oder mitrauchen möchte oder nicht. Dafür brauche ich keine rauchfreien Bewegungen oder Bundestage!
    Wenn nun die Nichtraucher glauben, mich vor den Rauchern schützen zu müßen, so sind sie auf dem Holzweg.
    Als Nichtraucher weiß ich, wie ich mich zu verhalten habe.
    Ich brauche die lieben Bürger nicht!

    Steiner

  30. Nobody schreibt:

    Es ist traurig, dass es diese Diskussion überhaupt geben muss. Anstelle eines Rauchverbotes würde sollte man die Produktion von Tabak als solche komplett einstellen. Wenn es keinen Tabak mehr gibt kann auch nicht mehr geraucht werden. Damit wäre der Gesundheit aller geholfen. Natürlich werden viele argumentieren,dass dadurch Arbeitsplätze verloren gehen. Nun, dann sollen sie statt Tabak z.B. eben Kakao oder Kaffeebohnen anpflanzen. Ich bin sicher, dass die Nachfrage danach mindestens genaus groß, wenn nicht größer ist als wenn es um Tabak ginge.

    Rauch ist gesundheitsschädlich und besonders für Nichtraucher deren Organismus bereits vorbelastet ist, sei es durch Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen stellt das einatmen von Rauch eine Körperverletzung dar, die man nicht einfach tolerieren sollte.

    Was würden Raucher sagen wenn wir in Schwimmbädern Bereiche einführen in denen man seinen Urin und Kot ablassen darf? Mit Rauch in der Luft verhält es sich wie mit Urin im Wasser. Es zieht überall hin und schädigt die Gesundheit anderer, wobei ich mir bei Urin nicht sicher bin ob es die Gesundheit anderer so massgeblich schädigt wie Rauch es tut.

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