Premiere vs. Kundenzufriedenheit

Es würde jetzt zu weit führen, eine Zusammenfassung über das zu bringen, was Kunden, ehemalige Kunden und potentielle Kunden von Premiere jeden Tag so alles erleben, wenn sie mit der Firma zu tun haben. Kurz gesagt: Premiere bestellen geht ganz einfach, das Bestellte auch bekommen, wird schon schwieriger. Premiere kündigen kann sich im Extremfall über Jahre hinziehen und muss schon mal durch Anwälte erledigt werden. Einen kompetenten Call-Center-Mitarbeiter zu erreichen, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie schwulenfreundliche Fangesänge in den Fussballstadien der Welt. Ab und zu kommt es auch mal vor, dass man etwas bekommt, das man gar nicht bestellt hat. Oder man bezahlt für etwas, das man überhaupt nicht wollte. Es sollen sogar schon Premiere-Verträge verlängert worden sein, nur weil man am Telefon Bereitschaft erklärt hat, sich ein Angebot zuschicken zu lassen.Als Premiere Anfang 2006 die Rechte für die Übertragung der Bundesliga verloren hat, wollten viele Premierekunden außerordentlich kündigen, weil für sie der Grund weggefallen ist, Premiere überhaupt zu abonnieren. In vielen Fällen wurden aber die ausserordentlichen, aber sehr wohl rechtmäßigen Kündigungen von Premiere nicht akzeptiert und seitdem quillen manche Foren und Blogs über vor Beschwerden über die Geschäftsgebaren Premieres.

Nun macht Premiere auch noch einen Nebenkriegsschauplatz auf, indem sie über die Firma Walter TeleCenter GmbH eine Abmahnung an den Blogger Dogfood schicken lässt, damit er aus seinem Blog Premiere-Hotline-kritische Kommentare löscht. Dogfood ist, für die Leute, die ihn nicht kennen, sozusagen der Wolff C. Fuss unter den Sportbloggern – nämlich der beste.

Wieder mal so ein Fall von Zensur, der nach hinten losgehen wird. Anstatt sich um eine positive Aussendarstellung zu bemühen und Kundenfreundlichkeit zu üben, wird Kritik mal wieder genau falsch behandelt. Das Geld, das nun in den selbstmörderischen Versuch gesteckt wird, Leute mundtot zu machen, wäre in Schulungsmaßnahmen für Call-Center-Mitarbeiter oder die Ausarbeitung einer einheitlichen Richtlinie zur Behandlung von Kunden besser angelegt. Aber das ist nur meine Meinung.

Deutsche Unternehmen haben es anscheinend noch nicht kapiert, welchen Einfluss das Internet auf die Meinungsbildung von Millionen von Menschen hat. Media Markt ist nur ein weiteres Beispiel.

Ich persönlich hatte in meinem Fall – Premiere vs. Ghost Dog – noch Glück im Unglück. Bei meiner Vertragsverlängerung wurde anscheinend wissentlich übers Ohr gehauen. Ich hatte 2005 bei einer Fanaktion von Premiere einen 12-Monatsvertrag abgeschlossen, bei dem ich Premiere Komplett für monatlich 20 Euro erhielt. Nach meiner fristgerechten Kündigung kam es nur zufällig zu einer Verlängerung, weil mir eine Call-Center-Ische angeboten hatte, meinen Vertrag zu den gleichen Konditionen zu verlängern. Nachdem ich bestimmt noch drei Mal nachgefragt hatte, ob sich auch wirklich nichts ändert (20 Euro, Premiere Komplett, Programmzeitschrift inklusive), sagte ich “Ja” und freute mich… bis ich auf meinem Kontoauszug las, dass mir statt der 20 auf einmal 45 Euro vom Konto abgebucht wurden.

Bei meiner telefonischen und sehr ausführlichen Beschwerde (die Dame im Call Center tut mir heute noch leid) hatte ich dann aber eine kompetente und ehrliche Mitarbeiterin am Apparat, die sich persönlich um mein Problem gekümmert hat und mich am nächsten Tag sogar zurückrief, um mir zu sagen, dass der Vertrag korrigiert wurde und alles wieder beim Alten sei.

Die Dame war sozusagen die St.-Pauli-Fankurve unter den Call-Center-Mitarbeitern…(if you know what I mean)

Wenn ich mir dann die Hunderte Beschwerde-Beiträge und -Kommentare so durchlese, dann scheine ich verdammt viel Glück gehabt zu haben, dass ich mich nun nicht per Anwalt mit Herrn Kofler streiten muss.

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2 Antworten zu Premiere vs. Kundenzufriedenheit

  1. rebound schreibt:

    die ständigen Telefonanrufe von denen nerven und es hört auch nicht mehr auf und überhaupt würde ich mir wünschen, dass der Gesetzgeber diese Anrufe zu verbieten und auf keinem Fall für irgendeine vertragliche Grundlage heranzuziehen.

    Ich verabscheue all call center und die gehen mir mächtig auf die Nerven. Die armen Menschen, die dort arbeiten müssen….. :-(

  2. Pingback: Premiere vs. Staatsanwaltschaft « Die Straßen Von Berlin

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